15. BETRACHTUNG – Dein Blut komme über alle Menschen

Die 13. Betrachtung nahm ich zum Anlass, darauf aufmerksam zu machen, dass dies Gebet ein WIR-Gebet ist und zur Verantwortung für alle und alles herausfordert.

Nun stehen wieder alle Menschen in unserer Verantwortung. Die Christenheit aller Zeiten hat selbstverständlich immer danach getrachtet, der Menschheit mit der frohen Botschaft des Heils durch Christus zu dienen. Evangelisationswellen durchzogen die Lande.

Millionen Menschen wurden an den dreieinen Gott gläubig. So mag es doch weiter darum gehen, dass wir für die Bekehrung der Ungläubigen beten. In der Tat: Darum muss es wirklich gehen. Und doch fehlt etwas, wenn wir nur darum beten. Aus diesem Grund beten wir hier, dass Jesu Blut über alle Menschen kommen möge. Viele werden denken, dass sie dafür kein Empfangsorgan besitzen. Sie haben! So wie die Liebe einzudringen vermag, so auch das Heil – unabhängig vom Verstand bzw. Bewusstsein. Ja, wir Nachfolger des Heilands sind sogar verpflichtet, alle Menschen als unsere Brüder und Schwestern zu erkennen. So wie Gott seine Sonne aufgehen lässt über die Guten und die Schlechten (Mt 5,45), so beten wir hier für alle. Stellvertretend können Frauen und Männer in unserem Umfeld in Erinnerung kommen; solche die wir lieben und solche die wir nicht lieben oder sogar lieber von hinten als von vorne sehen; solche, die uns lieben und solche die uns gram sind; solche, die wir nicht ausstehen können und solche die wir lieber öfters treffen würden; solche, die unangenehm sind und solche, in die wir uns verguckt haben; solche, die unsauber sind und solche, die betrügen; solche, die uns Angst machen und solche, die sich vor uns drücken.

Diese Aufzählung könnte noch uferlos weitergeschrieben werden. Was ist mit den Strafgefangenen? Mit den Terroristen? Was ist mit den Feinden Gottes? Was ist mit denen, die uns „aufs Kreuz legen wollen“? Mit denen, die Menschenrechte mit Füßen treten? Was ist mit den Tierschändern und den Giftmischern?

Es wird sich schnell zeigen, dass wir machtlos, dass wir sprachlos, dass wir überfordert sind. Das stimmt aber nur, wenn wir unsere Begrenztheit, unsere kleine Kraft messen und einsetzen wollen.

Das stimmt aber nicht, wenn es um diesen ganz kleinen Gebetssatz geht, in dem wir glaubend die Kraft des Opfers Jesu über all diese und für diese Menschen erhoffen.

Die Heilige Schrift ermuntert uns dazu. In 1Tim 4,10 wird festgestellt, dass Gott der Heiland aller Menschen ist. Und im 2. Kapitel steht wie bekannt: So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen zuerst tue Bitte, Gebet, Fürbitte und Danksagung für alle Menschen.

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