Kirche ist paradox

Kirche ist paradox

Orientierungen für den fälligen Wandel

Autor: Alex Lefrank

Der Autor beschreibt in der Einführung zu seinem letzten Kapitel, in dem er einen Blick in die Zukunft wagt, selbst, was das Anliegen dieses Buches ist: Ausgehend vom Neuen Testament will er sowohl grundlegende Wahrheiten für die Kirche aller Zeiten in Erinnerung rufen als auch vor diesem Hintergrund die Defizite der derzeitigen Gestalt der katholischen Kirche in Deutschland aufzeigen. Beiden Anliegen wird er gerecht. Auch wenn er sich bei der Analyse der derzeitigen Gestalt auf die römisch-katholische Kirche bezieht, so sind seine grundlegenden Aussagen zur Kirche – man kann hier getrost ergänzen „zu der einen Kirche“ – doch für alle Christen lesenswert.

In seinen Ausführungen finden sich klare und prägnante Aussagen zu dem Verhältnis von Kirche und Welt, zu geistlichen Erneuerungsbewegungen, zur Sendung der Kirche, zu Stellvertretung für die ganze Menschheit, zu dem Verhältnis von Juden und Heiden und vielem mehr – immer mit einem kritischen Blick auf die Entwicklungen der Kirche durch die Zeiten bis heute. In allem sind und bleiben Christus und das Erlösungsgeschehen in Kreuz und Auferstehung für ihn Ursprung und Erfüllung des Wirkens Gottes mit seinen Menschen. „Als der Gekreuzigte, der auferweckt wurde, ist er das Fundament, auf dem die Kirche steht. … Als Institution ist Kirche ganz in dieser Welt; aber sie wurzelt in einem Ereignis, das kein Ereignis dieser Welt mehr ist. Es hat die Welt aufgerissen über sich hinaus. Kirche ist gleichsam das Tor, durch das dieses Ereignis in unsere Welt hineinragt.“ (S. 15/16) Er beschreibt und analysiert die Kirche mit ihrem paradoxen Charakter, in dem sie sichtbar etwas Unsichtbares und als in Zeit und Ort verankert den schon Gekommenen als Kommenden bezeugen muss.

Seine Gedanken – so Werner Löser SJ – sind „ein Zwischenruf, der wehtut, weil er die an ihre Grenzen stoßende Wirklichkeit unserer Kirche beim Namen nennt, und der gleichzeitig einen sehr anspruchsvollen, aber wohl allein heilsamen Weg in eine neue, hoffnungsvolle Zukunft andeutet.“ Auf diesem Weg sind die, die sich existenziell für Christus entschieden haben und in ihm leben, die Vorhut, die der übrigen Schöpfung vorausgehen. In der Erörterung theologisch grundlegender Fragen skizziert Lefrank sehr gut das Wesen der Gemeinschaft dieser Vorhut: herausgerufen aus der Welt – in der Sendung für die Welt.

Sr. Petra Hahn, Vereinigung vom gemeinsamen Leben

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