Aus der Chrysostomus Liturgie

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In der Christenheit des Ostens gibt es wohl kaum ein kirchliches Gebäude, in dem Engel-und Heiligendarstellungen nicht ihren Platz hätten. Über die bildnerische Gestaltung hinaus beteiligen sich die Engel gleichsam mit ihrem immerwährenden Gotteslob am Gottesdienst der Gemeinde. Im Vollzug der Feier der Eucharistie begegnet die Gemeinde dem lebendigen Christus, der inmitten der himmlischen Scharen – der Engel und Heiligen – in ihre Mitte tritt. Nach dem feierlichen Einzug mit dem Evangelienbuch stimmt der Chor das Dreimalheilig an. Die Gemeinde erlebt im Glauben den Einzug der Engelchöre, um gemeinsam mit ihnen die Heilstaten Gottes zu künden. Die Lobgesänge der Herrlichkeit Gottes bilden gleichsam die Brücke zum Himmel, sie sind Schnittpunkte der himmlischen und irdischen Welt. Engel und Heilige kommen in Begleitung des Gottessohnes der Gemeinde entgegen und leiten sie zum unaufhörlichen Jubel an. Im vorangestellten Hymnus und in vielen Psalmen finden Lobpreisung und Anbetung der Gegenwart Gottes einen erhebenden, ergreifenden sprachlichen Ausdruck (Psalm 103, 20f).

Heiliger der Heiligen, unser Gott
der du einzig heilig bist und in deinen Heiligen ruhst:
Heilig bist du,
der die unüberbietbare Herrlichkeit in sich selbst birgt.
Heilig bist du,
Gott der im Wort das All gegründet hat.
Heilig, Gott
den die viergestalten Wesen mit unaufhörlicher Stimme verherrlichen.
Heilig, Gott
der du von den Heeren der Engel und Erzengel unsichtbar mit Zittern angebetet und verherrlicht wirst.
Heilig, Gott
der du auf den sechsflügligen Seraphim thronst und entgegennimmst, wie sie mit ihren Flügeln rauschen und den Hymnus des Dreimalheilig singen:
Heilig, heilig, heilig, Herr Sabaoth!
Heilig bist du unser Gott

den die Fürstentümer, Gewalten und Herrschaften im Himmel anbeten und verehren.
Menschenliebender, nimm an auch von uns Sündern den Hymnus des Dreimalheilig, der von uns und deinem ganzen Volk dir dargebracht wird, und sende hernieder dein reiches Erbarmen und dein Mitleid.

 

Lobet den Herrn,
ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet,
dass man höre auf die Stimme seines Wortes!
Lobet den Herrn,
alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut!

Hiltrud Priebe

Lasst uns im Frieden zum Herrn beten:
Um Frieden und Heil unserer Seelen und aller Menschen
lasst uns zum Herrn beten.

Für die Kirche und ihre Diener um die Gemeinschaft aller Menschen guten Willens um den Frieden der ganzen Schöpfung
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle Mühseligen und Beladenen für alle Kranken, Alten und Gebrechlichen
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle Einsamen und Irrenden für alle, die Gott nicht suchen
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle Verzweifelten und Lieblosen
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle eitlen, neidischen, hassenden Menschen
lasst uns zum Herrn beten.

Für unsere Feinde und Widersacher – gleichwie für alle unsere Freunde, Wohltäter und Nächsten
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle Sterbenden, deren letzte Stunde nun gekommen ist
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle, deren niemand in Liebe gedenkt
für alle, die von Menschen verstoßen wurden
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle, die wir betrübt haben
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle, die sich an der Kreatur der Ordnung und Materie versündigen
für alle Gewalttätigen, Mörder und Mächtigen,die erbarmungslos mit Hilflosen sind
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle, die Liebe, Reinheit und Treue schänden
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle, die Amt und Macht missbrauchen
für alle, die ihr Wohlergehen auf Leid und Not ihrer Mitmenschen aufbauen
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle, die Schuldlose leiden lassen, um sich selbst zu retten
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle, die durch Unglück, Gewalt, Kriege Verfolgung und Qualen oder durch Knechtung ihren Tod fanden und künftig finden werden
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle, die an ungestillten Wünschen leiden für alle Ruhelosen und Verhärteten
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle Eltern und Kinder, die sich gegenseitig zu wenig Liebe erweisen
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle, die Ehrungen empfangen
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle, die mit vererbten Schwächen und Übeln belastet sind
lasst uns zum Herrn beten.

Für alle, die von Begierden und Leidenschaften geknechtet werden
lasst uns zum Herrn beten.

Wegen unserer eigenen Armseligkeit und Selbstsucht
lasst uns zum Herrn beten.

Dass wir von Trauer, Not und Angst befreit werden
lasst uns vom Herrn erbitten.

Dass der Schöpfer uns nach Seinem Bilde zu Seiner Freude neu gestalte
lasst uns vom Herrn erbitten.

Denn gütig ist Er und voller Erbarmen.
Aller verstorbenen – lebenden und kommenden Menschen eingedenk – wollen wir einander um Verzeihung bitten und uns ganz der Macht und Liebe des Schöpfers hingeben.

Nach der großen [[Ektenie]] aus der Liturgie des [[Johannes Chrysostomos]]

Gebet um Einheit aus der Liturgie des [[Johannes Chrysostomos]]

Dreifaltig – unermesslich – Einer

Allmacht + Weisheit + Liebe

Göttliche Dreieinigkeit

Dein Ebenbild im Menschen ist versehrt.

Aus heiliger Vielfalt wird durch Selbstsucht ungeordnet das chaotisch Viele.
Siehe die Zerrissenheit der Menschen: Erbarmungslos und hart und blutig ist der Weg, auf dem sie gehen, selbst in Deinem Namen – nicht achtend, dass ein Missbrauch Deines Geistes grauenvoller ist als menschliches Irren und Versagen.Der Mensch erstrebt das Viele, das aus dem Urgrund in’s Begehren drängt.

Wir sind trotz Christi Blut und Flehen, trotz der Erlösung durch die Liebe im Glauben und Beten uneins.

Geist der Lauterkeit und Wahrheit

Gewählte und von Dir berufene Menschen suchen die Zerrissenheit zu heilen. Mahne sie darin, dass sie – die Sprossen aus gespaltenem Stamm – unreinen Blutes sind.

Halte Hochmut, Dünkel, satte Sicherheit und Herrschenwollen von ihnen fern.
Gib ihnen Gnade, sich für nichts zu achten, und füge, dass sie Deinen Weg zur Einheit finden.

Er, der Wahrhaftige, offenbart sich in der Zeit durch viele Ebenbilder Seiner Unermesslichkeit.

Er zieht die Willigen zu sich hinauf, auch wenn sie irren oder fehlen.

Doch Selbstgefälligkeit ist Ihm ein Gräuel.

Im unermesslich Vielen, zwischen Ursprung und Vollendung, offenbart uns Christus Deine Einheit und in der Zeitenlosigkeit des Ganzen den Geist des allgewaltig Liebenden.

Geist der Einheit ordne das zerrissene, das verwirrend Viele zur Schönheit Deiner Offenbarung im Leben Deiner Schöpfung durch Christus, unsern Weg der Wahrheit und der Liebe.

[aus: Unermesslicher, wir preisen Dich, Gebete für alle Christen im Geiste der Chrysostomus-Liturgie und der Ungenannten]
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