43. BETRACHTUNG – Zu unserem ganzen Heil in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Der Umgang Jesu mit seinen Jüngern ist in seiner Schlichtheit unüberbietbar. Er hält keine Vorträge, was das Gestern und Morgen betrifft. So steht in seinen Worten zu Petrus gem. Lk 12,42ff: Wie ein großes Ding ist’s um einen treuen und klugen Haushalter, den der Herr setzt über sein Gesinde, dass er ihnen zu rechter Zeit ihre Gebühr gebe. Selig ist der Knecht, den sein Herr findet also tun, wenn er kommt. Wahrlich ich sage euch: Er wird ihn über alle seine Güter setzen. Treue und Klugheit sind dabei das vorhandene Kapital, um seine Gegenwart bewältigen zu können. Indem er sie bewältigt, baut er seine Zukunft, ohne deren Einzelheiten zu kennen. Da wird der gegenwärtige Augenblick zur Nahtstelle zwischen Vergangenheit und Zukunft. Er ist Zeit der Rechenschaft und Zeit der Entscheidung. Sein ganzes Heil braucht der Mensch an dieser Stelle besonders, will er nicht einem Selbstbetrug verfallen. In der Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott wird das Leben sonnengleich und damit unkompliziert, so wie der Glanz der untergehenden Sonne den vergehenden Tag zur Ruhe schickt. Die gleiche Sonne ruft mit ihrem hellen Licht den neuen Tag hervor und das als gültiges Gesetz der Weltgeschichte. Unser täglich Brot gib uns heute – nicht morgen, aber morgen wieder heute.

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