33. BETRACHTUNG – Zu Gottes alleiniger Ehre

Was immer auch im Leben Jesu geschah, es geschah zur Ehre seines himmlischen Vaters. Das hat er eindrücklich in seiner Jerusalemer Rede den Juden verkündigt. Was uns im Johannes-Evangelium davon überliefert wurde, ist wie eine MAGNA CHARTA und sollte jedem Christen heilig sein. In Joh 5, 17ff gibt Jesus Einblicke in seinen Bezug zum Vater, in die Art und Weise seiner Wirksamkeit und wie alles gipfelt (Vers 44) in der Ehre, die letztlich bei Gott ist und bleiben wird in Ewigkeit.

Dass dabei deutlich wird, wie ganz anders die Menschen ihr eigenes Leben aufzupolieren gedenken, kann jeder an seinem eigenen Dasein wahrnehmen.

Damit solches nicht zur Norm wird, sind immer wieder und von allem Anfang an die Künder von Gottes Hoheit aufgestanden und haben für die Ehre Gottes ihr Leben eingesetzt. Das wird wiederum erfahrbar, wenn man das Lied Mose (5.M. 32) vornimmt. Auszugsweise hier nur zwei Verse: Merkt auf ihr Himmel, ich will reden. Und die Erde höre die Rede meines Mundes – Ich will den Namen des Herrn preisen. Gebt unserm Gott allein die Ehre! Wir finden gerade diesen Satz abgewandelt in unserem Einheitsgebet. Daher noch einige Hinweise, was mit der alleinigen Ehre Gottes gemeint ist.

Es ist immer nötig – gerade bei Christen – „das Kind nicht mit dem Bad auszuschütten“. Hier nun stellt sich die Frage, ob Menschen generell nicht geehrt werden dürften. Hat einer durch seine Leistung den akademischen Grad des Dr. h.c. verliehen bekommen, was heißt „Doktor honoris causa“ (ehrenhalber) – muss er als Christ ein schlechtes Gewissen haben und gar solche Ehrung zurückweisen? Leider bestehen solche Missverständnisse in gläubigen Kreisen mehr als man denkt. Wie beurteilen wir folgenden Vorgang: Ein fabelhafter Kanzelredner, der die Menschen aufgrund seiner geistlichen Tiefgründigkeit in Scharen in seine Kirche bekommt, wird „angehimmelt“ und mit Ehren überschüttet, bis schließlich sogar das Fernsehen aufmerksam wird und es überall seine Vorträge auf CD’s zu kaufen gibt.

Die Bibel gibt eindeutige Antworten, z.B. Tut Ehre jedermann (1Petr 2,17) oder: Die Ältesten halte man zwiefacher Ehre wert (1Tim 3,17). Der Spannungsbogen zwischen solchen Stellen und nachfolgender Rede Jesu kann uns weiter führen. Da heißt es bei Joh 5: Ich nehme nicht Ehre von Menschen und dann noch: Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre von einander nehmt?

Hier wird deutlich, dass Ehre einem Gegenstand gleicht, den man geben kann und nehmen kann. Beides unterliegt aber der Gefährdung, sofern die menschliche Ehre nicht mehr der alleinigen Ehre Gottes nachgeordnet und deren letztes Ziel ist. Insofern sollten Ehrende und Geehrte Gewissensforschung treiben.

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