JA zum Leben

JA zum Leben – nicht immer selbstverständlich

Die kleinen Münzen des Alltags werden durchdrungen vom größeren Horizont des Glaubens, Hoffens und Liebens. Gott ist der absolute Liebhaber des Lebens. Wie am Beispiel einer Schwangerenberatung mit Fachkompetenz und innerem Ringen um das Leben eines Kindes und seiner Mutter langsam Hoffnung wachsen kann, das zeigt die folgende Lebensspur.

Eine ungeplante Schwangerschaft kann den eigenen Lebensentwurf völlig auf den Kopf stellen. Noch ist die Ausbildung nicht abgeschlossen, ein befristeter Arbeitsvertrag läuft aus, und als Schwangere schwinden die Chancen, im Anschluss etwas Neues zu finden. Sorgen über die berufliche Zukunft und die Sicherung des Lebensunterhalts stehen dann im Vordergrund. Bei anderen ist die Partnerschaft noch nicht gefestigt, und die Schwangerschaft stellt die Beziehung auf eine harte Probe. Aber auch Gewalterfahrungen, gesellschaftlicher Druck, Schulden, Erkrankung der Schwangeren, eine ungeklärte Vaterschaft u.v.m. machen es werdenden Eltern nicht leicht, ein Ja zu diesem Kind zu finden.

Die in Deutschland bestehende Möglichkeit eines Schwangerschaftsabbruchs fordert werdende Eltern zu einer Entscheidung heraus. Eine Entscheidung, bei der die meisten auf keinerlei Erfahrungswerte zurückgreifen können, weil sie noch nie in einem solchen ethischen Konflikt, in solch einer psychisch belastenden Situation waren. Ganz zu schweigen davon, dass Meinungen und Motive von anderen sie zusätzlich unter Druck bringen können. So fühlen sich viele überfordert und geraten dadurch in einen psychosozialen Konflikt.

Als Christen glauben wir an den Schöpfer des Lebens, dem jeder Mensch und damit auch das Ungeborene und dessen Eltern sehr am Herzen liegen.

Ein guter Grund, Beratung anzubieten, einzuladen zum Leben, uns mit auf die Suche nach individuell passenden Lösungen zu machen und ein Stück auf diesem Weg zu begleiten! Psychosoziale Beratung kann helfen, ein wenig Ordnung in das Durcheinander der Gedanken und Gefühle zu bringen. Sie ermutigt, sich aktiv mit der veränderten Lebenssituation auseinanderzusetzen. Beratung bietet einen Raum, in dem widerstreitende Gefühle, Ängste, Ambivalenzen, Zukunftsfragen zur Sprache kommen und bearbeitet werden können. Sie liefert umfassende Informationen zu sozialen Leistungen, zu arbeits- und familienrechtlichen Fragen. Sie macht Ressourcen sichtbar und verfügbar, stärkt Beziehungs- und Alltagskompetenzen, fördert den Aufbau einer guten Bindung zum Kind und unterstützt beim Übergang zur Elternschaft. Begleitung im Schwangerschaftskonflikt kann Krisenintervention mit einschließen und ist oft verknüpft mit ganz praktischer Hilfe, weit über die Geburt hinaus. 

In der Beratung ist es etwas Besonderes, miterleben zu dürfen, wenn für die werdenden Eltern langsam Hoffnung wächst. Hoffnung, dass sie es mit einem (weiteren) Kind schaffen können. Dann war ihr Kind zwar ungeplant, aber es ist dennoch im Leben willkommen. Wir dürfen in der Schwangerenberatung beeindruckende Männer und Frauen kennenlernen, sind oft tief betroffen von ihren Lebensgeschichten und haben ganz großen Respekt vor diesen Familien, die trotz widrigster Umstände nicht selten Großartiges leisten. 

Aus Liebe zum Leben wollen wir uns von Gott immer wieder neu berühren lassen von dem, was ihm am Herzen liegt – das Leben. 

Christine Menke, SCHWANGERENhilfe – Hall e. V.

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