Schlagwort: Reich Gottes

Quatemberbote Nr. 255

Reich Gottes Freiheit

Der Apostel Paulus war innerlich empört. Bei einem Rundgang durch die Stadt sah er, wie viele Götterbilder es in Athen gab. Vermutlich atmete er auf, als er einen Altar entdeckte mit der Inschrift: „Für einen unbekannten Gott”. Als sich die Philosophen später für die Lehre des Apostels interessierten, konnte er daran anknüpfen: Ihr Männer von Athen! Ich sehe, dass es euch mit der Religion sehr ernst ist. Ich bin durch eure Stadt gegangen und habe mir eure heiligen Stätten angesehen. Dabei habe ich auch einen Altar entdeckt mit der Inschrift: „Für einen unbekannten Gott”. Was ihr da verehrt, ohne es zu kennen, das mache ich euch bekannt. Es ist der Gott, der die Welt geschaffen hat und alles, was darin lebt. Als Herr über Himmel und Erde wohnt er nicht in Tempeln, die ihm die Menschen gebaut haben (Apg 17,22ff).

Weiterführendes

Kirche und Reich Gottes

„Dass der Mensch in Gottes Gnade sei und die Welt in Gottes Ordnung: das ist das Reich Gottes. Die Überwindung der menschlichen Not durch Gottes Fülle, die Sprengung der menschlichen Grenze durch Gottes Kraft, die Bändigung der menschlichen Wildheit durch Gottes Zucht: das alles ist Reich Gottes. Es geschieht in Menschen und von und unter den Menschen. Es ist eine stille Gnade und drängt doch zu Wort und Tat… Die große Sinnerfüllung des Lebens liegt in der Begegnung mit Gott.“

Weiterführendes

Gedanken zum Reich Gottes

… in harten Wehen wird dein Reich geboren

Edith Stein hat die lange Nacht des Martyriums durchlitten. Sie ahnte im Glauben, dass der Morgen des Reiches Gottes trotz aller Gewalt und Menschenverachtung einmal anbrechen würde. Mit bewussten Gegenbildern (“Hammer“, “Fackel“, “Führer“) wagte sie während der Herrschaft der Nationalsozialisten den klagenden Aufschrei. Obwohl für sie persönlich und für unzählige Menschen das Leben auf dem Spiel stand, setzte sie doch ihre Hoffnung zuerst auf die Macht Gottes. Ist die Lage heute anders? Vielleicht trifft es zur Zeit gerade nicht direkt uns Europäer, aber die Menschen im Nahen Osten, in Afrika oder im fernen Asien? Die Kraft der Märtyrer war und ist ihr Glaube an die Wahrheit der ewigen Gottesherrschaft. Deshalb erinnern uns die Beiträge dieses Heftes daran, dass wir den Blick über die bedrohlichen und notvollen Zeichen der Zeit hinaus zum Horizont des Reiches Gottes erheben. Wir sollen uns hindurchglauben, bis – auch durch harte Wehen – das Ewig-Bleibende geboren wird.

Impulse

Das himmlische Jerusalem

Ich kann mir gut vorstellen, dass Gott sehnsüchtig darauf wartet, dass seine Vollendung bald geschehen kann.

Worauf wartet er wohl noch? Er könnte ja wahrhaftig seine schöne neue Welt alleine machen. Aber Gott ist anders. Er wartet auf seine Menschen. Er rüstet sie zu, um sie als das neue Jerusalem, die heilige Stadt, die Braut des Lammes in diese Schöpfung hineinzusetzen wie einst den Menschen in die erste Schöpfung. So wie damals der Mensch von Gott gebraucht wurde, so jetzt das neue Jerusalem. Zu diesem Ziel baut Jesus seine Gemeinde. Zu diesem Ziel ist sie immer noch in der Werkstatt der heiligen Dreifaltigkeit. Es dauert offensichtlich ein bisschen länger, dass wir passend werden und dass wir wirklich brauchbar werden, dass er mit uns regieren kann.

Impulse

Reich Gottes Zukunft

“Noch einmal werde ich bebend machen nicht allein das Erdland, sondern auch den Himmel. Aber das Noch einmal macht die Verwandlung der Erschütterten zu Neugeborenen offenkundig, damit sie nicht mehr Erschütterte seien” (Hebr 12, 26f nach Codex Sinaiticus).

Diese Aussage bezieht sich auf die Botschaft des Profeten Haggai: “So spricht der Herr der Heerscharen: Nur noch einmal werde ich den Himmel und das Erdland, das Meer und die Wüstenei erschüttern” (Hag 2,6).
Der Profet spricht dies angesichts des zerstörten Tempels und verheißt die Zukunft des Reiches Gottes im Sinn des endgültigen Berges Zion und Jerusalems mit der unveränderlichen Gegenwart Gottes im Heiligtum.

Impulse

Das unerschütterliche Reich Gottes

Wir leben in einer Umbruchs- und Wendezeit – geistlich, geistig und weltgeschichtlich. Die Menschheit und mit ihr die Christen und das Volk Israel gehen auf das “unerschütterliche Reich” zu, das der Profet Haggai einst ansagte:
“So spricht der Herr Zebaoth: Es ist nur noch eine kleine Weile, so werde ich Himmel und Erde, das Meer und das Trockene erschüttern” (Hag 2,6).