Von Gott gerufen

Frieder Rebafka
Gott baut immer wieder Menschen in die Geschichte Jesu ein, damit durch das Evangelium Menschen gerufen, gerettet und gesendet werden. Am Beginn des dritten Jahrtausends erklingt in der Welt erneut die Einladung, die Petrus zusammen mit den ersten Jüngern von Jesus hörte: „Fahrt hinaus auf den See, dort werft eure Netze zum Fang aus“ (Luk 5,4). Das macht deutlich, dass die Geschichte dieses Zeitalters in erster Linie dazu bestimmt ist, dass sich das Gottesvolk, der Leib Christi herausbilde, vor dem Anbruch des messianischen Reiches. So liegt der Sinn der Umkehr eines Menschen zu Gott hin darin, über das Eigene und Persönliche hinaus, in das Ganze des Reiches Gottes zu gelangen. In seiner letzten Enzyklika (Spe salvi) hat Papst Benedikt XVI. darauf verwiesen, dass unser Christsein nicht im Persönlichen und Privaten stecken bleiben darf, sondern dass wir zur Hoffnung für Gott und die Menschen unser Leben hergeben sollen.
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Weil Gott die Liebe ist, ist er Vater

Erfahrung von Chiara Lubich

Dr. Gudrun Griesmayr, Ottmaring

chiara_lubich_1Ein charismatischer, vom Heiligen Geist gewirkter Aufbruch unserer Zeit ist die Spiritualität Chiara Lubichs (1920–2008), die ihre Mitte im Gedanken der Einheit hat gemäß dem Gebet Jesu an den Vater: Alle sollen eins sein: wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast (Joh.17,21). Chiara Lubichs Ansatz bei diesem zentralen Inhalt der neutestamentlichen Offenbarung erwuchs aus einer Neuentdeckung des Evangeliums während des Zweiten Weltkriegs, die im Rahmen der Fokolar-Bewegung zunächst unter katholischen Christen um sich griff und seit Beginn der 60er-Jahre immer mehr Christen verschiedener Kirchen erreicht hat.

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Vater unser im Himmel…

…oder Von der Vaterschaft Gottes

Walter Goll

Geheimnisvoll waltest du überall, Herr, und überall bist du verborgen. Du bist in der Höhe zugegen, und sie fühlt dich nicht; du bist in der Tiefe zugegen, und sie umgreift dein Wesen nicht. Ganz bist du nur Wunder, wo immer wir dich suchen. Nahe bist du und ferne. Wer gelangt zu dir? Der forschende Geist mit all seinen Sinnen vermag es nicht. Dir naht der Glaube nur, nur die Liebe, nur das Gebet.
Ephräm der Syrer

Ephräm der Syrer
ephram(† 9. Juni 373 in Edessa war ein Heiliger, Schriftsteller und Kirchenlehrer. Er gilt als einer der bedeutensten Theologen der syrischen Kirche. Da Ephräm vor den großen Kirchenspaltungen lebte, wird er in vielen östlichen und westlichen Kirchen sehr geschätzt und verehrt.)

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Wo Seine Zeugen sterben, ist Sein Reich

Von vier Märtyrern, die in bedrängter Zeit als Wartende und Glaubende ihr Lebenszeugnis gaben, berichtet Ingeborg von Grafenstein von der „Gemeinschaft Christlichen Lebens“.

Unter dieser Überschrift – einer Verszeile aus einem Sonett von Reinhold Schneider – erschien bald nach dem II. Weltkrieg eine erste Dokumentation über die „vier Lübecker Märtyrer“, deren Lebens- und Glaubenszeugnis Jahrzehnte später als „Ökumene im Widerstand“ charakterisiert wird, und zwar in der Aufsatzsammlung, die 2001 von den beiden damals amtierenden Pastoren der katholischen Herz-Jesu-Kirche wie der evangelischen Lutherkirche in Lübeck gemeinsam unter diesem Titel herausgegeben wurde.

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Er kommt…

Michael Decker

Die Wiederkunft Jesu Christi Lieblingsgedanke der Wartenden

er_kommt

Gott, unser Vater, Herr der Welten!
Lass bald kommen die Zeit der Erfüllung und Vollendung.
Sende ihn, den du senden willst.
Bei seiner Erscheinung werden deine Gläubigen auferstehen und wir, die wir leben, werden verwandelt und mit ihnen hingerückt ihm entgegen und so bei ihm sein allezeit.
Jetzt ist unsere Gemeinschaft mit ihm noch verborgen;
dann aber werden wir ihn schauen von Angesicht zu Angesicht.
Dann wird das Seufzen der Kreatur enden, der Tod entfliehen und Heil anbrechen auf Erden wie im Himmel.
Als deine Kirche werden wir dir in deiner neuen Schöpfung dienen mit unaufhörlicher Freude, bis du sein wirst alles in allem:
Gott-Vater durch Jesus Christus im Heiligen Geist.

Gott erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid… Alles hat er ihm zu Füßen gelegt und ihn, der als Haupt alles überragt, über die Kirche gesetzt. Sie ist sein Leib und wird von ihm erfüllt, der das All ganz und gar beherrscht (Eph 1,18.22f).

Wir warten. Alle Geschöpfe warten, bewusst oder unbewusst. Die ganze Erde und sogar der Himmel warten, dass der erscheint, der das ganze All, die Geschichte und jedes menschliche Herz erfüllen soll. Vom Warten auf Jesus Christus, der gekommen ist und versprochen hat, wieder zu kommen in Herrlichkeit, gibt Michael Decker im diesem Beitrag Zeugnis.

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