23. BETRACHTUNG – Besonders komme Dein Blut in unser Verhältnis zu uns untereinander

Dies ist der 26. Artikel von 48 Artikeln zum Thema: Einheitsgebet

Wenn eine Analyse über den Zustand und die Beziehung der Gläubigen zueinander erstellt würde, so gäbe es auf allen Ebenen großes Erstaunen. Einerseits könnte es ein dankbares Erstaunen hervorrufen, so viel frohmachende echte Gemeinsamkeit bezeugt zu bekommen. Andererseits würde viel haarsträubende Uneinigkeit bis hin zur gegenseitigen Ablehnung schockierend wirken. Dabei ist die Bitte Jesu nach Joh 17 klar formuliert: Eins-Sein in der gleichen Qualität wie er mit dem Vater. Diese Qualität kann kein Mensch erreichen, wenngleich er Beziehungen von Mensch zu Mensch aufzubauen in der Lage ist. Daher ist es unumgänglich, der Lebensqualität Jesu Raum zu geben im Miteinander der Gläubigen.

Oekumene riecht mir zu sehr nach Ausgleich und Kompromiss. Auch habe ich oft die Sorge, dass unter Einheit so unendlich viel verstanden, aber zu wenig von Gott erwartet wird. So wie jeder Mensch im natürlichen Sinn vom anderen unterscheidbar ist, so könnte man sich das Wunder vorstellen, bei dem Grenzen bleiben, wobei aber deren trennende Funktion ein Ende hat und dafür sich zur Verbindungslinie wandelt. Hier bezeugt uns auch die Heilige Schrift die Mitte solchen Wunders: (Joh 11,51-52) Jesus sollte sterben für das Volk; und nicht für das Volk allein, sondern dass er auch die Kinder Gottes, die zerstreut waren, zusammen brächte.

Papst traf charismatische Bewegung: Aufruf zu Einheit, Kritik an Autoritarismus

Es war ein Aufruf zur Einheit der Christen und zum Frieden in der Welt – das Ökumene-Treffen der charismatischen Bewegung „Rinnovamento nello Spirito“, „Erneuerung im Heiligen Geist“, mit Papst Franziskus am Freitagabend auf dem Petersplatz. Rund 30.000 Teilnehmer verschiedener christlicher Konfessionen aus aller Welt sorgten bei warmen Sommerwetter für eine abwechslungsreiche Begegnung mit Gebet, Gesang und Zeugnissen engagierter Christen.

„Möge der Heilige Geist uns zur Einheit führen. (…) Die Geschichte hat uns getrennt – hilf uns, o Jesus, auf dem Weg der Einheit zu gehen oder auf dem der versöhnten Verschiedenheit“, lautete das spontane Eingangsgebet des Papstes, mit dem Franziskus das Treffen eröffnete. Seine Zuhörer rief er zur „Einheit in Vielfalt“ auf: Wie in einem Orchester solle sich die charismatische Bewegung gerade dadurch auszeichnen, dass sie verschiedene Spielarten des Glaubens in sich vereinige und die Vielfalt der Charismen zum Klingen bringe. Gemeinsames Band hier sei die Taufe, so Franziskus, die Erneuerung im Heiligen Geist. Entschieden wandte sich der Papst gegen Exklusion und Selbstbezug der Bewegung: „Man kann zum Beispiel nicht sagen: ,Wir sind der benannte katholische Teil der Bewegung und ihr nicht.‘ Das kann man nicht sagen. Bitte, Geschwister, der Heilige Geist wirkt, wo, wann und wie er will. Einheit in der Vielfalt ist die Wahrheit, die Jesus selbst entspricht.“

Papst verurteilt Machtstreben in der Kirche

Klare Worte fand Franziskus mit Blick auf den Missbrauch von Führungspositionen innerhalb der Kirche: Er

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Bischof Stefan Oster – Oekumene

Stefan Oster ist gelernter Journalist und seit fünf Monaten der jüngste Diözesanbischof Deutschlands. Im Interview spricht der 48-Jährige darüber, wie sein erster Beruf als Journalist ihm jetzt noch hilft, was er von seinen älteren Kollegen lernen kann und warum Oekumene gar nicht so schwer sein muss.

Wo Seine Zeugen sterben, ist Sein Reich

Von vier Märtyrern, die in bedrängter Zeit als Wartende und Glaubende ihr Lebenszeugnis gaben, berichtet Ingeborg von Grafenstein von der „Gemeinschaft Christlichen Lebens“.

Unter dieser Überschrift – einer Verszeile aus einem Sonett von Reinhold Schneider – erschien bald nach dem II. Weltkrieg eine erste Dokumentation über die „vier Lübecker Märtyrer“, deren Lebens- und Glaubenszeugnis Jahrzehnte später als „Ökumene im Widerstand“ charakterisiert wird, und zwar in der Aufsatzsammlung, die 2001 von den beiden damals amtierenden Pastoren der katholischen Herz-Jesu-Kirche wie der evangelischen Lutherkirche in Lübeck gemeinsam unter diesem Titel herausgegeben wurde.

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60 Jahre Ökumenischer Christusdienst

Dies ist der 1. Artikel von 17 Artikeln zum Thema: Ökumenischer Christusdienst

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Drei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg – also vor 60 Jahren – haben Br. Eugen Belz, Otto Siegfried von Bibra, Klaus Hess und Paul Riedinger eine kleine Schrift und einen Aufruf herausgegeben. Beide trugen den Titel: Oekumenischer Christusdienst.

Im Vorwort schrieb Klaus Hess:

„Es ist uns immer klarer und beschämender unter dem Ruf Gottes bewusst geworden, dass seine heilige Liebe – in Christus Jesus Mensch und Opfer geworden – zugleich die eine unteilbare Wahrheit ist. Ohne Umkehr und Rückkehr zu der heiligen Liebe Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und damit zueinander ist keine Heilung unserer Schäden möglich, welcher Kirche, welchem Volke, welchem Stand und Beruf wir auch angehören.“

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