Fremdes zulassen und schätzen II

Ein Evangelischer begegnet katholischen Christen

Albrecht Junginger
Kirche entdecken
Entdeckung der einen Kirche Jesu Christi ist für mich immer ein Gnadenhandeln Gottes. Solches Entdecken (Aufdecken) bleibt wachstümlich und bedarf deshalb eines fortwährenden lebenslangen Bekehrungsprozesses. Es bleibt die Herausforderung einer kontinuierlichen Hinkehr und bußfertigen Hinwendung, durch den Heiligen Geist gewirkt, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollen Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi… (Eph 4,13).
Ich bin 1938 in Ludwigsburg geboren und zusammen mit einer Schwester und zwei Brüdern in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen. Als evangelische Christen wurden wir von Kindheit auf in den Angeboten der evangelischen Landeskirche von Württemberg und im CVJM groß.
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Fremdes zulassen und schätzen I

Ein Katholik lernt evangelische Kirche kennen

Michael Erkelenz
Ich bin in einer römisch katholischen Familie in einem Dorf am Niederrhein geboren. Die Bevölkerung unseres Ortes ist etwa zur Hälfte katholisch, zur Hälfte evangelisch (Landeskirche). Man kennt sich und doch geht jeder in seine eigene Kirchengemeinde. Meine Familie war schon seit Generationen in der röm.-kath. Kirche eingebunden, und somit auch verbunden. Ich selbst fand meinen Platz dort in der Pfarrjugendarbeit und im Engagement für die Kirchengemeinde. Die Gemeinde war mir vertraut, und ich kannte viele Menschen. Ich bin dort zu Hause. Ortsgemeinde und röm.-kath. Kirche bilden den Rahmen und ich fühle mich als Teil der weltumspannenden Kirche Jesu Christi.
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Blickwechsel

Dorothea Vosgerau
Ich halte es für ein Risiko, die Aufmerksamkeit unsrer Leser auf den Leib Christi richten zu wollen. Das ist doch kein brennendes Thema! Aktuelle Veröffentlichungen und Vorträge gehen von Themen aus, die dem Menschen in seiner Befindlichkeit und gesellschaftlichen Lage auf den Nägeln brennen.

Warum riskieren wir einen Blickwechsel?

Wir halten mit Christen aller Zeitalter eine Bekehrung zum einen, ganzen Leib Christi für wichtig. Denn wer mit Jesus bittet, „Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden…”, der ist in das Heilshandeln Gottes mit dieser Welt eingebunden, das das Reich Gottes zum Ziel hat. Darum ist es für uns selber und die ganze Welt und Menschheit wichtig, dass wir uns immer wieder zum einen, ganzen Leib Christi und zu der Einheit, die Gott schon immer gegeben hat, bekehren.
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Hinkehr zum ganzen Leib Christi

Michael Decker
Es ist ein jahrelanger Weg, auf dem Glaube, Hoffnung und Liebe wachsen. Auch wer von Gottes Liebe plötzlich ergriffen wird, muss Wege gehen, auf denen er den Glauben einübt und vertieft. Auf die ersten Schritte folgen weitere Bekehrungen: die Hinkehr zum Menschsein und zur Welt und die Hinkehr zum ganzen Leib Christi.
Ich wuchs in einem evangelischen Diakoniedorf im katholisch geprägten Pfaffenwinkel des Allgäus auf. Als evangelische Schulkinder in der benachbarten Kreisstadt trugen wir immer einen unsichtbaren Stempel. Wir fühlten uns oft als Außenseiter, weil das Leben in Schule und Öffentlichkeit deutlich durch das röm.-kath. Umfeld bestimmt wurde.
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Bekehrung ist mehr als ein Anfang

Michael Decker

Während meiner Studentenzeit wurde ich öfter gefragt: „Hast du dich bekehrt?“ An den Eingängen der Hörsäle standen manchmal Kommilitonen, die uns in Glaubensgespräche zu verwickeln suchten: „Wann hast du dich bekehrt? Kennst Du Jesus Christus?“ Da ich mich durchaus bekehrt wusste und doch diese direkte Art unangenehm aufdringlich fand, machte ich gewöhnlich einen weiten Bogen um diese Missionare.
Aber wie ist es denn wirklich mit der Bekehrung? Wer verwendet dieses Wort überhaupt noch? Wer davon redet, wird schnell in eine bestimmte Schublade gesteckt. Die Sprache scheint den Evangelikalen oder den Fundamentalisten zu verraten.

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