Editorial

Dies ist der 1. Artikel von 4 Artikeln zum Thema: Quatemberbote Nr. 254

Das Leben ist nicht ein Frommsein,
sondern ein Frommwerden,
nicht ein Gesundsein,
sondern ein Gesundwerden,
nicht ein Sein, sondern ein Werden,
nicht eine Ruhe, sondern eine Übung.
Wir sind́s noch nicht, wir werdeńs aber.
Es ist noch nicht getan oder geschehen,
es ist aber im Gang und im Schwang.
Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.
Es glüht und glänzt noch nicht alles,
es reinigt sich aber alles.
martin_luther
Martin Luther

Hoffnung empfangen

„Hoffentlich…“ – sagen wir mehrmals jeden Tag. „Hoffentlich geht es dir gut!“ – „Hoffentlich bleibt sie gesund!“ – „Hoffentlich hört es bald auf!“ … Das sagt sich schnell dahin. Im Inneren bewegt uns dabei aber die Kraft, die unsere Lebensspannung erhält. Denn wir wissen (auch unbewusst): Wer die Hoffnung bewahrt, besteht die Gegenwart und gewinnt die Zukunft. Dagegen: Wer die Hoffnung verliert, versäumt die Gegenwart und gibt die Zukunft preis.

Weiterlesen

Hoffnung erkennen

Dies ist der 2. Artikel von 4 Artikeln zum Thema: Quatemberbote Nr. 254

Karin Baltruschat

Hoffnung ist

  • „die Erwartung der göttlichen Wiederherstellung des Menschenlebens
  • die Erwartung einer weltumfassenden Gotteshilfe
  • die Klarheit über das Endziel der Geschichte
  • die Erwartung der Wiederkunft Christi
  • der zureichende Schutz gegen die schwersten Angriffe.“

So gliedert Ralf Luther in seinem neutestamentlichen Wörterbuch den Artikel „Hoffnung“.

Er spricht mich an, ich halte ihn für zutreffend und freue mich, dass es hier gelungen ist, eine geistliche Wahrheit knapp, umfassend und trotzdem klar auszudrücken. Aber kurz danach gehe ich zur Tagesordnung über, das Gelesene oder Gehörte wird vergessen, anderes wird wichtig. Ich hatte es nur mit dem Kopf verstanden; es ist nicht tiefer gesunken, hat sich nicht in mir eingewurzelt, mir keine konkreten Schritte eröffnet und damit hat dieses Wissen mich, bzw. mein Leben nicht verändert.

Weiterlesen

Hoffnung wagen

Dies ist der 3. Artikel von 4 Artikeln zum Thema: Quatemberbote Nr. 254

Canon-Andrew-White-pic-200x185

C.Andrew White, Jahrgang 1964, ist anglikanischer Pfarrer und Arzt. Lange wirkte er an der Kathedrale von Coventry. Seit dem Ende des Irakkriegs engagiert er sich trotz seiner schweren Multiple-Sklerose-Erkrankung in Bagdad. Hinter den Kulissen übt er eine Friedensmission, die verfeindete Menschen in Verbindung bringt. Täglich setzt er in der Hoffnung auf Versöhnung sein Leben aufs Spiel.

Wenn um einen herum der Krieg tobt, kann Friedensarbeit ungeheuer aufreibend sein. Dies ist nicht die Art Arbeit, wo man den Menschen sagen kann: „Kommen Sie morgen wieder.“ Oft muss sofort gehandelt werden, etwa wenn eine Moschee oder Kirche in die Luft geflogen ist, wenn die nächsten Geiselnehmer zugeschlagen haben oder wieder ein Kollege ums Leben gekommen ist. Mehr als einmal habe ich in Bagdad mit meinen Kollegen zusammengesessen und über die nächste Hiobsbotschaft oder Todesnachricht geweint. Wenn man umsonst versucht hat, die Katastrophe zu verhindern, tut es ungeheuer weh.

Weiterlesen

Hoffnung gestalten

Dies ist der 4. Artikel von 4 Artikeln zum Thema: Quatemberbote Nr. 254

Michael Decker

In der Notzeit des Dreißigjährigen Krieges vertrat Johann Amos Comenius, der große Pädagoge des 17. Jahrhunderts und Bischof der sterbenden Brüderkirche, bereits den modernen ökumenischen Gedanken. Comenius beklagte die Aufsplitterung der Christen in Konfessionen, Meinungen und Riten und hielt auch die Reformation für noch unabgeschlossen, weil sie die Menschen noch nicht genügend auf ein Leben in den Fußspuren Jesu geführt habe. – In der Kirchengeschichte hat die Person und ihr Wirken helle Hoffnungszeichen gesetzt, an die wir gerne erinnern.

Allumfassendes Denken

Seine ganze Schaffenskraft setzte Comenius in den Versuch, Auswege aus dem „Labyrinth der Welt“ zu finden. Unermüdlich dachte er darüber nach, wie Kinder gelehrt und erzogen werden müssten. Nicht derjenige galt ihm als gebildet, der sich in möglichst vielen Teilbereichen gut auskannte. Comenius lehnte die übliche Aufhäufung von Wissen ab. Er wollte Menschen heranbilden, die die Seele der Dinge, ihre innere Ordnung, ihren Zusammenhang mit dem Ganzen der Schöpfung begriffen. Es kam ihm darauf an, mit seinen Schülern überall in Natur, Geschichte, Gemeinwesen oder Kunst die Spuren Gottes zu entdecken. Er wusste um die unauflösliche Einheit Gottes mit seiner Schöpfung, mit Menschheit und Welt. Die Kinder sollten beobachten lernen und vom Kleinen zum Großen, von unten nach oben, vom Teil zum Ganzen vorwärtsschreiten. Statt um Allwissenheit ging es ihm um das Wissen vom All und dem All-Einen.

Weiterlesen

Seite 1 von 11