Schlagwort: Das Heilige

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Das Heilige bewahren III

Er könnte ja wahrhaftig seine schöne neue Welt alleine machen. Aber Gott ist anders. Er wartet auf seine Menschen. Er rüstet sie zu, um sie als das neue Jerusalem, die heilige Stadt, die Braut des Lammes in diese Schöpfung hineinzusetzen wie einst den Menschen in die erste Schöpfung. So wie damals der Mensch von Gott gebraucht wurde, so jetzt das neue Jerusalem. Zu diesem Ziel baut Jesus seine Gemeinde. Zu diesem Ziel ist sie immer noch in der Werkstatt der heiligen Dreifaltigkeit. Es dauert offensichtlich ein bisschen länger, dass wir passend werden und dass wir wirklich brauchbar werden, dass er mit uns regieren kann.

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Das Heilige bewahren II

Vor einigen Jahren besuchte ich mit einer kleinen Männergruppe den Berg Athos und lernte das Leben der Mönche in verschiedenen Klostereinrichtungen kennen. Vom Reichtum des Glaubens und Lebens der Athosmönche kann ich hier nur einige wenige Beobachtungen und Erfahrungen herausgreifen. Der Berg Athos steht nach über 1000 Jahren heute noch als Herz und Hort orthodoxen christlichen Glaubens. Er bewahrte das unversiegbare byzantinische Wesen und das urchristliche Mönchtum, in allen seinen historischen Ausformungen, inmitten einer säkularen Welt. Zur Zeit befinden sich auf dem Athos 20 Klöster mit ca. 1600 Mönchen, in der Blütezeit lebten über 30.000 Mönche auf seinem Territorium. Hier sind Männer, die für eine mönchische Gottinnigkeit, für Bußübungen, für die Askese und für die Glaubenskraft ihrer Kirche eintreten. Auch wird der Athos gerne als die Halbinsel der Endzeiterwartung bezeichnet. Für die Athoniten ist der „Hagion-Oros“ (Heiliger Berg) zugleich der einzigartige Ort der Anbetung, der Verherrlichung Gottes, der Verehrung der Heiligen und der Ort der Bewahrung des Heiligen. Die Bewahrung des Heiligen sehen sie zumeist in den Mysterien (Sakramenten). Aber das Heilige vollzieht sich auch in vielen Handlungen und Zeichen ihres Alltags und symbolisiert die Vereinigung und Identität im Liturgischen und Nichtliturgischen.

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Das Heilige bewahren I

Augen, die weiter sehen, die jede Äußerlichkeit auf eine ihr innewohnende Wahrheit durch-schauen, aus beengten Verhältnissen befreien, in eine zuvor ungekannte Weite führen, also im W/Ortsinn: erlösen. Jeder Mensch sehnt sich nach wahrer Erkenntnis. „Erkenntnis“, so wussten die Mystiker, ist gleichbedeutend mit „Liebe“. Wer liebt, erkennt, gibt sich zu erkennen. In der Hoffnung, seinerseits erkannt und also auch geliebt zu werden. In der Lebens- und Liebesgemeinschaft des dreieinigen Gottes ist diese Gegenseitigkeit realisiert.