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Das Einheitsgebet schließt mit einem Satz aus dem Vaterunser. Trotz dieser gewohnten Formel lohnt es sich, den Inhalt mit seinem Hintergrund genauer anzuschauen. Es dünkt mir nämlich, es werde mit dem Willen Gottes zu sehr eine irdische Vorstellung verbunden. Menschlich zeigt sich der Wille als Anfangsimpuls einer Tat. Der göttliche Wille hingegen ist eine Substanz des allmächtigen Gottes, die man vielleicht als Außenseite seines Wesens bezeichnen dürfte. Diese Außenseite befiehlt nicht, sondern strahlt ab und gebiert alles Existierende. Da sind einbezogen die Welten des Mikro- und Makrokosmos. Diese Abstrahlung zeigt sich mit der Schöpfung identisch und hauptsächlich mit deren Vollendung. Man könnte demgemäß auch nach der Innenseite solcher Strahlung forschen, die nach meiner Erkenntnis die Liebe ist.

In Jak 1,16-18 finden wir diesbezüglich wunderbare Aussagen: Irret euch nicht, liebe Brüder, lauter gute Gabe und lauter vollkommenes Geschenk kommt von oben herab, vom Vater der Himmelslichter, bei dem keine Veränderung und keine zeitweilige Verdunkelung stattfindet. Aus freiem Liebeswillen hat er uns durch das Wort der Wahrheit ins Dasein gerufen, damit wir die Erstlingsfrucht unter seinen Geschöpfen wären.

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