Vier Schlüssel für ein gereiftes Leben aus Gott I

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Sr. Dorothea Vosgerau

Schlüssel zum Leben aus Gott

Tugend, Erkenntnis, Enthaltsamkeit, Beharrlichkeit, Frömmigkeit, Liebe – kann das wirklich in einem Menschenleben zur Ausreifung kommen? Kennen wir an uns selbst und anderen nicht allzu gut die Gebrochenheit, die uns im Reden zurecht bescheiden macht?

Die konkordante Übersetzung der Verse aus dem 2. Petrusbrief lenkt unseren Blick von uns selbst weg auf das göttliche Geheimnis, in das wir hineingezogen werden:

Seine göttliche Kraft hat uns alles … geschenkt, damit wir Teilnehmer der göttlichen Natur werden … – eine atemberaubende Wirklichkeit!

Wie vollzieht sich das?

Als Orientierung auf dem Weg gibt uns der Apostel dazu keine Verhaltensregeln an die Hand, sondern verweist auf die kostbarsten und größten Verheißungen.

Aus Verheißungen zu leben, heißt, das Leben immer neu aus der größeren Wirklichkeit Gottes zu empfangen. Und in dieser Haltung des Glaubens sind wir nun aufgefordert, darzureichen: Empfangenes weiterzureichen; unseren Leib und unser Leben als Raum zur Verfügung zu stellen für Seine eigene Herrlichkeit und Tugend.

Reicht dar – lasst durchfließen – gebt euch hin; so wachsen aus der göttlichen Kraft Früchte, die dem wirklichen Leben dienen:

  • Tugend – gegenwärtig, präsent sein, wach für die Situationen, für die Menschen; Erkenntnis oder Einsicht – die Dinge von innen her sehen und deshalb einen Durchblick gewinnen;
  • Enthaltsamkeit oder Selbstbeherrschung – die Fähigkeit, nicht mehr sich selbst und seinen eigenen Bedürfnissen zu leben, sondern dem, was Gott uns jetzt zukommen lässt;
  • Beharrlichkeit – der lange Atem, der voller Hoffnung wartet und aushält;
  • Frömmigkeit oder Ehrfurcht vor Gott – sich auf dem unerschütterlichen Grund bewegen, dass Gott der Große ist und bleibt und deshalb die Dinge nicht selber in die Hand nehmen;
  • Brüderliche Freundschaft – trotz menschlicher Fremdheiten der herzlichen Nähe und Achtsamkeit Raum geben, die zur göttlichen Atmosphäre gehören; aus dem Einzeldasein ins Füreinander eingegliedert werden;
  • Liebe – das Wunder, das „aller Sünden Mängel zudeckt“ und Leben weckt.
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