„Seht ihn!” – Jesus, den Gekreuzigten

Dies ist der 2. Artikel von 3 Artikeln zum Thema: Quatemberbote Nr. 262

Walter Goll

Jesus sehen

37003-Jesus-am-kreuzJesus zu sehen bzw. ihn zu kennen scheint etwas Selbstverständliches für uns Christen zu sein. Jedoch wissen wir, dass man Ereignisse und Menschen sehr verschiedenartig sehen und betrachten kann. Je nach Blickwinkel, gemachter Erfahrung oder auch entsprechend der Intensität der gelebten Beziehung zu jemandem sieht man einen Menschen auf unterschiedliche Weise. Die Augen eines jungen, verliebten Mannes richten sich ganz anders auf die Geliebte als die Augen eines verschüchterten Mädchens auf den strengen Lehrer, der sie gerade zurechtweisen will.

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Adieu Entzauberung

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Ein Brief an geistliche Mitarbeiter

„Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.”

Irgendetwas an diesem Gedicht von Joseph von Eichendorff spricht mich tief an. Ja, das Zauberwort, das alles zum Singen bringt. Doch irgendwie tun wir uns doch heute zunehmend schwer mit dem Märchenhaften und dem Zauber, oder? Mit dem Begriff „Entzauberung” ist unsere Zeit treffend zu umschreiben. Die Welt lässt sich rational erklären und es scheint vorbei zu sein mit den Geheimnissen.
Entzauberung gibt es aber nicht nur kulturgeschichtlich, sondern auch biographisch in der Entwicklung vom Kind zum Erwachsenen und im Leben als Christen. Die Entzauberung eines christlichen Mitarbeiters oder Leiters ist zugleich ein notwendiger und ein schrecklicher Vorgang. Da gibt es die spezifische Aura, die einen geistlichen Mitarbeiter oder Leiter, einen Pfarrer, Priester oder Ordenschristen ohnehin umgibt. Wer selbst kein solcher ist, mutmaßt, dieser Mensch müsse gewiss ein ganz besonderer sein. Doch dann…

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