Editorial

Dies ist der 1. Artikel von 3 Artikeln zum Thema: Quatemberbote Nr. 259

Einfach da sein

Freund
halt den Tisch
und den Blick
in wachem Schweigen
einfach um da zu sein

 

versuche es sehr gut
ohne den Wein
ohne das Brot
tu alles, wie es sich ziemt

bereit und schön
auf der Schwelle
wenn das Licht
wieder
da ist
und sich selbst zum Mahle einlädt
zu empfangen
abzumessen
abzuwägen

und lasse alles
einfach um da zu sein

(Die Mönche von Tibhirine, S.18, Pour Λtre lΒ)
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„Ich stehe vor der Tür und klopfe an…”

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Dr. Gudrun Griesmayr

Papst Franziskus - Quelle: Agencia brasil

Papst Franziskus – Quelle: Agencia brasil

„In dem Bibeltext geht es offensichtlich darum, dass Jesus von außen anklopft, um hineinzukommen … Aber ich denke an die Male, wenn Jesus von innen klopft, damit wir ihn herauskommen lassen. Die auf sich selbst bezogene Kirche beansprucht Jesus für sich drinnen und lässt ihn nicht nach außen treten.“

Diese Worte von Kardinal Jorge Bergoglio, dem aktuellen Papst Franziskus, die er im Vorkonklave gesagt hat, haben mich elektrisiert. Ich nehme sie zum Ausgangspunkt für meine Ausführungen.

Es geht um das Wohnen Gottes – um Gottes Wohnen bei den Menschen. Aber, so frage ich mich:

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Christliche Existenz inmitten einer muslimischen Umwelt

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Sr. Dorothea Vosgerau

Hat die Präsenz einer kleinen christlichen Gemeinschaft in einem muslimischen Land, in dem extremistische Kräfte immer mehr Einfluss gewinnen und die Möglichkeiten christlicher Aktivität zunehmend einschränken, einen Sinn? Diese Frage stellten sich die Trappisten-Mönche in dem kleinen Bergdorf Tibhirine, Algerien, Anfang der neunziger Jahre. Mit der Verschärfung der politischen Situation und den zunehmenden Unruhen im Land gewann sie für jeden einzelnen der französichen Ordensmänner immer stärkere und existenziellere Bedeutung.

1993 hatte die Islamische Heilsfront erklärt, dass „alle Fremden, die das Land nicht binnen Monatsfrist verließen, ihr Leben verwirkt hätten. Im ganzen Land wurden neben den vielen Einheimischen auch Fremde ermordet, unter ihnen christliche Laien, auch einige im kirchlichen Dienst stehende Menschen, und zwar unter dem ausdrücklichen Hinweis auf ihre Religion und Religionsausübung” (Die Mönche von Tibhirine, Verlag Neue Stadt, München 2010, S.13).

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