Kostet und seht

Michael Decker
Kostet und seht, wie gütig der Herr ist; wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!
(Ps 34,9)

Solange wir leben, hat jeder noch immer eine Wegstrecke des Glaubens vor sich. Im Glauben ergreifen wir das Wort des Evangeliums und bitten den Heiligen Geist, dass er uns die göttlichen Wahrheiten in Herz und Sinn lebendig erhält. Dabei ist die Tischgemeinschaft Jesu Christi die intensivste, ganzheitliche Weise des Glaubens, bei ihm zu bleiben. Wer diese Gemeinschaft sucht und in ihr aufgenommen ist, tritt persönlich immer wieder in die Nähe Gottes ein. Jedesmal wenn wir wieder kommen und glauben, wenn wir in, mit und unter Brot und Wein den Leib und das Blut Christi empfangen, kehren wir zurück in die geheimnisvolle Kommunion mit dem auferstandenen Herrn. Wir vollziehen und erfahren das, was wir glauben: er in uns, wir in ihm.  Er bleibt gewiss und unverbrüchlich in unserem Dasein; wir dürfen uns in seine Nähe flüchten und mit allem, was uns ausmacht, bei ihm wohnen bleiben.

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Tawadros
„Die Einheit der Kirche ist der Regelzustand, alles andere ein Ausnahmezustand. Eine Vereinigung der Kirchen führt zur Freude im Herzen Jesu, der sich dafür eingesetzt hat, dass alle Christen eins werden. Darum beten wir füreinander und miteinander um Einheit.“
Tawadros II. – Papst der Kopten

Editorial

Das Leben ist nicht ein Frommsein,
sondern ein Frommwerden,
nicht ein Gesundsein,
sondern ein Gesundwerden,
nicht ein Sein, sondern ein Werden,
nicht eine Ruhe, sondern eine Übung.
Wir sind́s noch nicht, wir werdeńs aber.
Es ist noch nicht getan oder geschehen,
es ist aber im Gang und im Schwang.
Es ist nicht das Ende, es ist aber der Weg.
Es glüht und glänzt noch nicht alles,
es reinigt sich aber alles.
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Martin Luther

Hoffnung empfangen

„Hoffentlich…“ – sagen wir mehrmals jeden Tag. „Hoffentlich geht es dir gut!“ – „Hoffentlich bleibt sie gesund!“ – „Hoffentlich hört es bald auf!“ … Das sagt sich schnell dahin. Im Inneren bewegt uns dabei aber die Kraft, die unsere Lebensspannung erhält. Denn wir wissen (auch unbewusst): Wer die Hoffnung bewahrt, besteht die Gegenwart und gewinnt die Zukunft. Dagegen: Wer die Hoffnung verliert, versäumt die Gegenwart und gibt die Zukunft preis.

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Hoffnung erkennen

Karin Baltruschat

Hoffnung ist

  • „die Erwartung der göttlichen Wiederherstellung des Menschenlebens
  • die Erwartung einer weltumfassenden Gotteshilfe
  • die Klarheit über das Endziel der Geschichte
  • die Erwartung der Wiederkunft Christi
  • der zureichende Schutz gegen die schwersten Angriffe.“

So gliedert Ralf Luther in seinem neutestamentlichen Wörterbuch den Artikel „Hoffnung“.

Er spricht mich an, ich halte ihn für zutreffend und freue mich, dass es hier gelungen ist, eine geistliche Wahrheit knapp, umfassend und trotzdem klar auszudrücken. Aber kurz danach gehe ich zur Tagesordnung über, das Gelesene oder Gehörte wird vergessen, anderes wird wichtig. Ich hatte es nur mit dem Kopf verstanden; es ist nicht tiefer gesunken, hat sich nicht in mir eingewurzelt, mir keine konkreten Schritte eröffnet und damit hat dieses Wissen mich, bzw. mein Leben nicht verändert.

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Hoffnung wagen

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C.Andrew White, Jahrgang 1964, ist anglikanischer Pfarrer und Arzt. Lange wirkte er an der Kathedrale von Coventry. Seit dem Ende des Irakkriegs engagiert er sich trotz seiner schweren Multiple-Sklerose-Erkrankung in Bagdad. Hinter den Kulissen übt er eine Friedensmission, die verfeindete Menschen in Verbindung bringt. Täglich setzt er in der Hoffnung auf Versöhnung sein Leben aufs Spiel.

Wenn um einen herum der Krieg tobt, kann Friedensarbeit ungeheuer aufreibend sein. Dies ist nicht die Art Arbeit, wo man den Menschen sagen kann: „Kommen Sie morgen wieder.“ Oft muss sofort gehandelt werden, etwa wenn eine Moschee oder Kirche in die Luft geflogen ist, wenn die nächsten Geiselnehmer zugeschlagen haben oder wieder ein Kollege ums Leben gekommen ist. Mehr als einmal habe ich in Bagdad mit meinen Kollegen zusammengesessen und über die nächste Hiobsbotschaft oder Todesnachricht geweint. Wenn man umsonst versucht hat, die Katastrophe zu verhindern, tut es ungeheuer weh.

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