5. BETRACHTUNG – WIR beten dich an

 

Eins aber ist das Besondere: Alle hält Jesus in der Hand.- Luitpold Schatz (1925 - 2014), Stuttgart-Weilimdorf

 
Mit großer Dankbarkeit durfte ich als pietistisch Bekehrter die Wirklichkeit des WIR erleben. So wichtig der Einzelmensch auch sein mag, ebenso wichtig ist die göttlich gestiftete Gemeinschaft. Die natürliche Schöpfung Gottes zielt auf das Miteinander der Menschen. Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei. So lautet ein Grundgesetz der Schöpfung. Und nimmt es da wunder, wenn im Alten Bund die Bedeutung des Gottesvolks über der Bedeutung des Einzelnen steht? (7)

Erst recht gilt der Neue Bund Gottes mit der Summe der Erlösten vorrangig vor dem Heil des Einzelnen. Hier sei erinnert an das wunderbare Bild vom Leib. Immer wieder verweist Paulus an das Geheimnis des Leibes Christi mit seinen unterschiedlichsten Gliedern und Organen, wobei Christus das Haupt ist (Röm 12; 1Kor 12; Kol 1 u.v.m.).

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4. BETRACHTUNG – HERR JESUS CHRISTUS

 

Da ich zutiefst davon überzeugt bin, dass keine der drei Wesenheiten Gottes allein für sich zu glauben sind, empfinde ich es als Glaubenshilfe, in Jesus den Vater und den Heiligen Geist, im Heiligen Geist den Vater und den Sohn, im Vater sowohl Jesus als auch den Heiligen Geist mit zu erkennen und zu glauben Und insofern sehe ich in der Anrede „Herr Jesus Christus“ den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, also den Dreieinigen Gott.- Luitpold Schatz (1925 - 2014), Stuttgart-Weilimdorf

 
Mit Sicherheit nimmt es den Leser wunder, wie sehr ich bei dieser Anrufung „hängenbleibe“. Dazu will ich zwei Erklärungen abgeben.

Die erste Erklärung tauchte schon einmal auf. Mir ist diese Anrufung oder Anrede so sehr bedeutsam, weil ich sie als ganz fundamental für alles weitere Beten empfinde. Ich betonte bereits den Charakter eines Glaubensbekenntnisses. Mit diesen drei Worten machen sich die Betenden aus ihrem privaten Dasein auf, um dem lebendigen Einen Gott zu begegnen. Sie verlassen auch ihr Wünschen und Hoffen, erheben ihre Existenz vor das Angesicht Gottes. Sie wollen IHN erkennen, wahrnehmen und erschauen.
Sie wollen ihr JA zu Gottes Unbegreiflichkeit und Erhabenheit, aber auch zu ihm als Liebe, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zum Ausdruck bringen. Zu ihm heißt gleichzeitig: zum Dreieinigen Gott.

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3. BETRACHTUNG – Herr Jesus CHRISTUS

 

Wenn die Salbung mit dem Willen Gottes zusammenhängt, so denkt man mit Recht an den Heiligen Geist, die dritte Wesenheit Gottes.- Luitpold Schatz (1925 - 2014), Stuttgart-Weilimdorf

 
Bei der Nennung des Namens CHRISTUS wird vielfach dessen wunderbare Bedeutung und Art übersehen. Das kommt von einer Gewöhnung des Doppelwortes „Jesus Christus“. „Jesus“ ist das Signum des Menschensohns. „Christus“ ist das Signum seiner Sendung.
Petrus ruft dem pfingstlich versammelten Volk im Tempel gemäß Apg 2,36 vollmächtig zu: So wisse nun das ganze Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zu einem Herrn und Christus gemacht hat. Der Name „Christus“ ist die Übersetzung des griechischen Begriffs „Gesalbter“. (4)
Einem Gesalbten des Alten Bundesvolkes wurde nicht nur ein Auftrag gegeben, sondern er empfing mittels der Salbung eine unauflösbare Begabung und auch Kennzeichnung. Vor allem aber verbindet die Salbung den Gesalbten mit dem Salbenden auf unlösbare Weise. Daher verordnet Gott durch Mose dem Hohenpriester eine Aussonderung.

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2. BETRACHTUNG – Herr JESUS Christus

 

Der Aufstand der Menschheit gegen Gott wird durch Jesu Identität mit dem Vater (bis hin zum bitteren Kelch) ein für alle mal gesühnt.- Luitpold Schatz (1925 - 2014), Stuttgart-Weilimdorf

 
Wenn die Betenden Herr Jesus sprechen, so bekennen sie damit unausgesprochen ihren Glauben. Dieser Glaube verirrt sich nicht im Nebel irgendeines göttlichen Wesens. Es ist der Glaube an Jesus als den menschgewordenen Sohn des Vaters. Der ferne und erhabene Gott, der Vater, den wir bestaunen, ist in Jesus in besonderer Weise der gegenwärtige Gott. Die gewaltige Liebes- und Schöpferkraft Gottes, die mit Adam einen Höhepunkt erreichte, gipfelt in Jesus als dem zweiten Adam. Mit der Nennung des Jesus-Namens werden die Zusammenhänge des Liebesplans Gottes erkannt und bekannt.

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1. BETRACHTUNG – HERR Jesus Christus

 

Oft erlebt man Gebete, die davon fast nichts wahrnehmen lassen, sondern Gott nur als das große Hilfswerk anreden.- Luitpold Schatz (1925 - 2014), Stuttgart-Weilimdorf

 
Das Gebet beginnt mit einer gewohnten Anrede: HERR.
Sie soll aber nicht nur einen Kontakt eröffnen, wie das im säkularen Bereich der Fall ist, sondern die Augen der Betenden öffnen. „HERR, wir schauen auf dich“. So versuchen wir, Gott zu erkennen, der sich in seinem Sohn Jesus erschauen lässt.

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