Editorial

Dies ist der 1. Artikel von 4 Artikeln zum Thema: Quatemberbote Nr. 263

Die Welt ist Gottes so voll

Alfred_Delp_Mannheim

Alfred Delp Mannheim“ von Graf Foto

Alfred Delp (Jesuitenpater), am 2. Februar 1945 von den Nazis hingerichtet, hatte am 17. November 1944 mit gefesselten Händen aus seiner Zelle im Gefängnis Berlin-Tegel nachstehende Zeilen geschrieben:

Das eine ist mir so klar und spürbar wie selten:
Die Welt ist Gottes so voll.
Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen.
Wir aber sind oft blind.
Wir bleiben in den schönen und bösen Stunden hängen
und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt,
an dem sie aus Gott herausströmen.
Das gilt für alles Schöne und auch für das Elend.
In allem will Gott Begegnung feiern
und fragt und will die anbetende, hingebende Antwort.
Die Kunst und der Auftrag ist nur dieser,
aus diesen Einsichten und Gnaden
dauerndes Bewusstsein und dauernde Haltung zu machen und werden zu lassen.
Dann wird das Leben frei in der Freiheit, die wir immer gesucht haben.

“Seht hin!” – Was sehen wir?

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Wie war dein Urlaub? Wenn wir uns nach Ferienzeiten im Kollegium unserer Schule wieder begegnen, gibt es oft angeregte Unterhaltungen. Lebhaft werden Erlebnisse und Eindrücke ausgetauscht. Was der oder die Einzelne für erzählenswert, für besonders schön oder auch besonders ärgerlich hält, ist allerdings sehr unterschiedlich. Während für die einen das Wetter eine große Rolle spielt, waren andere mit durchwachsenem Wetter ganz zufrieden. Manche berichten von beeindruckenden Bauwerken, andere eher von Begegnungen mit Menschen. Die einen empfanden den Service im Hotel mangelhaft, andere waren begeistert von ihrer einfachen Unterkunft.
Was wir von der Wirklichkeit aufnehmen, hängt nicht allein von unseren physischen Wahrnehmungsfähigkeiten ab. Es kommt auf die Perspektive an, die jemand einnimmt. Je nach Charakter oder Gestimmtheit bewerten Menschen Gesehenes, Gehörtes oder Erlebtes tendenziell positiv oder eher skeptisch. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Weise ihrer Wahrnehmung.

Entscheidend ist also nicht nur, was wir sehen, sondern vor allem, wie wir sehen.

“Seht hin!” – Wie sehen wir?

In den Altarräumen vieler Kirchen findet man neben der Heiligen Schrift Kerzen. Das scheint mir ein wichtiger Hinweis zu sein. Im Wort Gottes teilt uns Gott seine Wirklichkeit mit. Um sie aufzunehmen, greifen unsere gewohnten Perspektiven zu kurz. Wir brauchen Licht,

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Der letzte Aufbruch

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Heimgang von Luitpold Schatz
Vielen der Leser des Quatemberboten war Luitpold Schatz wohlbekannt, nicht zuletzt als jahrelanger Redaktionsleiter des Quatemberboten. Am 16. Juli 2014 durfte er im hohen Alter von 89 Jahren heimgehen in die himmlische Heimat. Als unbeirrbarer Zeuge bruderschaftlichen Lebens und Diakon der Einheit wird er uns in Erinnerung bleiben. Ein von ihm selbst verfasster Artikel aus einer früheren Ausgabe sowie ein Gebet soll ihn nochmals zu Wort kommen lassen:

Noch einmal werde ich bebend machen nicht allein das Erdland, sondern auch den Himmel. Aber das Noch einmal macht die Verwandlung der Erschütterten zu Neugeborenen offenkundig, damit sie nicht mehr Erschütterte seien (Hebr 12, 26f nach Codex Sinaiticus).

Diese Aussage bezieht sich auf die Botschaft des Propheten Haggai: So spricht der Herr der Heerscharen: Nur noch einmal werde ich den Himmel und das Erdland, das Meer und die Wüstenei erschüttern.
(Hag 2,6).

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Von der Kraft der Auferstehung

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Herr, unser Gott!
Deine gewaltige Kraft und Macht holte Jesus aus dem Grab und erhöhte Ihn zu deiner Rechten.
Es war die Stärke der Vaterliebe.
Sie sprengt auch heute noch Menschenherzen und erweckt neues Leben.
Es war ein Strahl von Gottes Allmacht.
Er erhellt heute noch und nicht minder die Wege der Menschen und setzt ihnen ein lohnendes Ziel.
Es war die Gegenwart Gottes.
Sie hebt heute noch den Menschen über sich selbst hinaus und lässt ihn aus ewigen Quellen leben.
Es war die göttliche Gnade.
Sie macht heute noch aus Verzagten Getröstete und Hoffende.
Es war der Zugriff des Himmels.
Er bewahrt heute noch Menschen vor Irr- und Abwegen und versetzt sie in Gottes Nähe.
Herr, unser Gott – ist das wirklich so?
Deine Macht und Stärke, die sich an uns erweist, soll dieselbe wie am Ostermorgen sein?
Wahrscheinlich brauchen wir deshalb erleuchtete Augen des Herzens, den neuen Blick.
So bitten wir Dich, Herr, lass uns sehend werden, damit wir Dich als unser Ziel,
als die Hauptsache in unserem Leben erkennen.
Amen

Luitpold Schatz

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