Editorial

Dies ist der 1. Artikel von 5 Artikeln zum Thema: Quatemberbote Nr. 260

„Die heilsamen Worte, die du von mir gehört hast … dieses kostbare Gut, das dir anvertraut ist, bewahre durch den Heiligen Geist, der in uns wohnt”
2Tim 1,13f

In diesem Jahr umkreisen wir die Botschaft vom Wohnen Gottes unter uns. Wir fragten: „Meister, wo wohnst du?” – Er antwortet: Ich stehe vor der Tür und klopfe an!  – und: Ich will unter euch wohnen und will euer Gott sein und ihr sollt mein Volk sein.  Wer Gott  bei sich wohnen lässt und wer bei Gott zu Hause ist, erkennt bald die Aufgabe, auch bei ihm zu „bleiben”. Denn wer Hoffnung nicht bewahrt und Treue nicht einübt, kann die Nähe auch wieder verlieren.  – Wir haben Menschen gebeten, davon zu berichten, was ihnen Hoffnung gibt und wie sie das Bleiben erfahren.

Hoffnung auch da, wo nichts mehr zu hoffen ist?

Dies ist der 2. Artikel von 5 Artikeln zum Thema: Quatemberbote Nr. 260

Walter Goll

In einer Ehe schleicht sich leicht ein Nebeneinander in der Routine des Alltags ein. Durch einen  möglicherweise harmlosen Anlass kann’s plötzlich ganz schwierig werden. Mit ungeahnter Wucht kann ein Konflikt hochkommen, der schon seit Jahren verborgen da war. Auf einmal scheint es fast aussichtslos, damit fertig werden zu können. Welche Hoffnung gibt es da noch?

Die Mutter eines Freundes hatte kürzlich einen fundamentalen Einbruch ihrer Kräfte. In ihrem gesegneten Alter Anfang 80 war das nicht außergewöhnlich. Der Kräftezerfall führte schließlich innerhalb weniger Wochen zum Tod. So fragten sich die Nahestehenden unwillkürlich, worauf verlässlich zu hoffen ist, über den Tod hinaus.

Im Betrieb sind schon länger die allermeisten Mitarbeiter ziemlich angespannt. Um im harten Konkurrenzkampf überleben zu können, muss die Effektivität deutlich gesteigert werden. Ängste und Sorgen um den Arbeitsplatz kommen hoch. Was kann insbesondere älteren Mitarbeitern dabei noch eine wirkliche Hoffnung geben, die über menschliche Möglichkeiten hinausgeht?

Bei einer christlichen Gemeinschaft holpert es auf ihrem Weg in die Zukunft. Missverständnisse und argwöhnische Gedanken tauchen auf bei der Klärung, wer künftig Verantwortung übernehmen soll. Als langsam Licht am Horizont aufleuchtet, schlägt plötzlich wie ein Blitz die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit ein. Ein wichtiges Mitglied der Leitung ist vom Tod bedroht. Wie sieht’s da mit der Hoffnung aus?

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Bleiben

Dies ist der 3. Artikel von 5 Artikeln zum Thema: Quatemberbote Nr. 260

Sr. Anke Langmaack (Ordo Pacis)

Bleibt in mir wie ich in euch! (Joh 15,4)

„Bleiben” ist ein kostbares biblisches Wort – jemand hat gesagt, es ist ein Gottes-Wort. Es gilt gleicherweise für Gott und für uns Menschen: Einerseits Gott in seiner nicht nachlassenden, bleibenden Liebe zu uns und andererseits der Mensch, der in Gottes Gegenwart wohnen, bleiben darf.

Jesus fordert uns auf: Bleibt in mir wie ich in euch! Aber: Wo denn finden wir ihn, wo ist der Ort, an dem wir in ihm bleiben können? Und wo ist er in uns zu Hause? Es liegt nahe, dass wir denken: Sein Ort in uns kann doch nur dort sein, wo in unserer Beziehung zu ihm alles gut und in Ordnung ist, wo es klappt mit unserem Verhalten, unserer Frömmigkeit, unserem Glauben, und wo er das tut, was wir gern möchten. Dann wäre der Ort für Jesus dort, wo auch unsere Ideale wohnen, unsere Wünsche und Träume, wo wir ganz offen für ihn wären.
Ich glaube, an diesem Ideal-Ort will Jesus überhaupt nicht wohnen, sondern dort in uns, wo wir wirklich wir selbst sind, so wie wir tatsächlich wir sind: Realität, kein Traum! Dort will Jesus in uns zu Hause sein, mit uns zusammen leben, ganz egal, was er da antrifft. Vielleicht ist es dort einladend und voller Licht, vielleicht auch dunkel und ungemütlich; womöglich findet Jesus aus Platzgründen nur einen Schemel für ein Dasein am Rande.
Wie auch immer: Er sucht unsere Gesellschaft. Er will wirklich gern mit uns zusammen sein in unserer Wirklichkeit. Er hält es (ohne Abwehr) aus bei uns. Eben: Er bleibt, lässt uns nicht im Stich. Und: Er will unsere Antwort hervorlocken, unser Ja, mit ihm voll Freude zusammenzuleben. – Er in uns, wir in ihm.
Ein Schritt weiter: Wenn Jesus uns dort begegnen darf, wo wir wirklich wir selbst sind ohne Verstellung und Maske, dann sind wir ihm sehr nahe.

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Dein Herz verlangt nach mehr.

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Du senkst voll Liebe
Deinen Blick in meinen,
und neigst Dein Ohr
zu meinen leisen Worten,
und füllst mit Frieden
tief das Herz.
Dein Leib durchdringt
geheimnisvoll den meinen,
und Deine Seele eint sich mit
der meinen:
Ich bin nicht mehr,
was einst ich war.

Doch Deine Liebe
findet kein Genügen
in diesem Austausch,
der noch Trennung lässt.
Dein Herz verlangt nach mehr.
Du kommst und gehst,
doch bleibt zurück die Saat,
die Du gesät
zukünftiger Herrlichkeit,
verborgen in dem Leib
von Staub.



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Edith Stein (Teresia Benedicta a Cruce OCD)

Kostet und seht

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Michael Decker
Kostet und seht, wie gütig der Herr ist; wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!
(Ps 34,9)

Solange wir leben, hat jeder noch immer eine Wegstrecke des Glaubens vor sich. Im Glauben ergreifen wir das Wort des Evangeliums und bitten den Heiligen Geist, dass er uns die göttlichen Wahrheiten in Herz und Sinn lebendig erhält. Dabei ist die Tischgemeinschaft Jesu Christi die intensivste, ganzheitliche Weise des Glaubens, bei ihm zu bleiben. Wer diese Gemeinschaft sucht und in ihr aufgenommen ist, tritt persönlich immer wieder in die Nähe Gottes ein. Jedesmal wenn wir wieder kommen und glauben, wenn wir in, mit und unter Brot und Wein den Leib und das Blut Christi empfangen, kehren wir zurück in die geheimnisvolle Kommunion mit dem auferstandenen Herrn. Wir vollziehen und erfahren das, was wir glauben: er in uns, wir in ihm.  Er bleibt gewiss und unverbrüchlich in unserem Dasein; wir dürfen uns in seine Nähe flüchten und mit allem, was uns ausmacht, bei ihm wohnen bleiben.

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