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Doch so neu ist sie gar nicht. Seit dem 1. April 1949 gab es den Quatemberboten. Er war ein Blatt, das diejenigen verbinden sollte, die sich bei dem geistlichen Aufbruch des Ökumenischen Christusdienstes (ÖCD) nach dem Zweiten Weltkrieg in dieser Gesinnung auf Freizeiten und in gemeinschaftlichen Versammlungen begegnet waren. 

Diese Freizeiten hörten in den 60er-Jahren auf, das Anliegen blieb jedoch im Verborgenen lebendig. 

Ab dem Jahr 1988 gab es eine neue Initiative für Treffen in diesem Sinne. Sie waren bis ins Jahr 2005 geprägt durch Vorträge von Br. Johannes Junger. Danach hat eine sogenannte Spurgruppe das Anliegen so aufgenommen, dass einzelne Vertiefungs-Wochenenden in Ottmaring angeboten wurden. Währenddessen erschien der Quatemberbote weiterhin – bis zu seiner vorläufig letzten Ausgabe Nr. 265 im März 2015. Durch den frühzeitigen Heimgang des langjährigen Redaktionsleiters, Michael Decker, sah sich die Redaktion damals zu einer Besinnungspause veranlasst. 

Nun will es eine neu zusammengesetzte Redaktion wagen, den damit verbundenen Auftrag wieder aufzunehmen. Es geht darum, die Botschaft des ÖCD zu bezeugen. Wir sind davon überzeugt, dass sie nach wie vor aktuell ist. So wurde vor kurzem in Erinnerung an den Aufruf zum ÖCD von 1948 ein Buch herausgegeben, das die Botschaft, die Geschichte und den aktuellen Bezug dieses Dienstes zu beschreiben versucht. Daran in Inhalt und Aufmachung anknüpfend soll nun diese Zeitschrift zweimal jährlich erscheinen und auf Spendenbasis verschickt werden.

Die Liebe Gottes ist grenzenlos und unteilbar. Sie geht aufs Ganze, ist umfassend nach Breite, Länge, Höhe und Tiefe! Sie gilt allen Menschen und der ganzen Schöpfung und ist in Christus unüberbietbar offenbar geworden. 

„Einssein nach dem Herzen Gottes“ ist das Thema dieses Heftes. Das wird zunächst durch eine biblische Besinnung entfaltet, die die beiden Kernstellen des Aufrufs zum ÖCD, Joh 3,16 und Joh 17,21, miteinander verbindet. Dieses Einssein ist im Dreieinigen Gott gegeben. Es bildet den Raum der Liebe, in den wir durch Christus eintreten dürfen. So werden wir in ihm auch befähigt, in die immer größer werdende Weite seiner Liebe, die allen gilt, hineinzuwachsen.

In drei Lebenszeugnissen wird etwas davon anschaubar, wie sich diese Wirklichkeit in den Alltag hinein auswirken kann. In der Begegnung mit unterschiedlichsten Menschen, im unspektakulären Alltag wie auch in der Geschäftswelt lässt sich erfahren, wie die Liebe Gottes vermeintliche Unverträglichkeiten überwindet und neue Horizonte auftut.

Es ist zum Staunen und führt in die Anbetung, wenn uns das vor Augen steht und wenn es ins Herz fällt, in welch umfassender Weise die Liebe Gottes die Geschichte, die Schöpfung, die Menschheit und die Kirche durchdringt. Das Logos-Credo drückt es aus.

Wir wollen auch ältere Texte erneut zu Wort kommen lassen, teilweise aus früheren Quatemberboten, aber auch aus anderen Quellen der Christenheit. 

So ist die orthodoxe Stimme des russischen Religionsphilosophen Nikolai Berdjajew zur Frage der Vereinigung der Kirchen nach wie vor sehr bedenkenswert. Wie wir zu einem wirklichen „Ja“ zueinander finden können, wird in der Betrachtung der Person Jesu als Weg, Wahrheit und Leben durch Br. Eugen Belz bedacht.

Wie der Blick auf die Welt von dieser Gesinnung her geprägt wird, will uns eine grundlegende Ausführung von Br. Johannes Junger verdeutlichen. „Dein Reich komme“ – diese Gebets-Perspektive hilft uns, in der Spannung auch der aktuellen Weltereignisse fruchtbar präsent zu bleiben als Zeugen des lebendigen Gottes.

Was ist nun eigentlich dieser ÖCD? Das Einheitsgebet auf der Rückseite des Heftes ist in der Geschichte dieses Dienstes entstanden und drückt einen seiner wesentlichen Aspekte aus: die in Christus geschehene umfassende Erlösung zu glauben und priesterlich für alle und alles vor Gott einzutreten.

Wir freuen uns, dass sich Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Gemeinschaften dazu haben gewinnen lassen, mit ihren Beiträgen die Verbundenheit mit diesem Anliegen zu dokumentieren. Herzlichen Dank dafür! Das wollen wir auch in den weiteren Ausgaben beibehalten.

Im Namen der Redaktion wünsche ich ein gesegnetes Innehalten beim Lesen dieser Texte und vom Heiligen Geist gewirkte Anstöße für ein Leben in der Liebe Gottes!

Es geht darum, die Botschaft des ÖCD zu bezeugen!

Über Reaktionen zur Zeitschrift freuen wir uns.

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