Monat: Juli 2013

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Vom umfassenden Beten II

Vielleicht erscheint der Anspruch, umfassend zu beten, sehr hoch. Kann man das überhaupt? Manchmal erschrecke ich, wenn ich wahrnehme, wie sehr ich in meinen Gebeten doch immer wieder bei eigenen Anliegen oder denen meiner Gemeinschaft und meines Umfeldes hängen bleibe. Ist es möglich, dass die Anliegen Gottes tatsächlich auch zu meinen Anliegen werden? Ich spüre ja, dass es nicht einfach darum geht, andere Gebetstexte zu wählen: Es muss sich etwas in meinem kleinen, engen Herzen verändern. Es muss aufgebrochen werden, befreit aus meiner Eigenperspektive hin zur Weite der Liebe Gottes, die alle umfasst.

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Vom umfassenden Beten I

Solange ein Mensch Kraft hat – Gesundheit an Leib und Seele, Herzenskraft oder Geistesstärke – solange lebt er wie selbstverständlich in seinen Räumen und mit seinen Zeiten. Fehlt aber die Kraft, weil einer krank, schwach oder erschöpft ist, wird Vieles im Leben auf einmal fraglich. Dann ist Gewohntes nicht mehr möglich und Vertrautes geht verloren. Doch dort, wo menschliche Möglichkeiten aufhören, ist Gott noch nicht am Ende. Im Gegenteil: Unsere Schwächen können Gottes Chancen sein, das Werk zu tun, das er mit uns und durch uns tun will. Deshalb bittet der Apostel für die ihm anvertraute Gemeinde: Gott gebe euch erleuchtete Augen des Herzens, damit ihr erkennt, wie überschwänglich groß seine Kraft an uns (ist)

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Das Heilige bewahren III

Er könnte ja wahrhaftig seine schöne neue Welt alleine machen. Aber Gott ist anders. Er wartet auf seine Menschen. Er rüstet sie zu, um sie als das neue Jerusalem, die heilige Stadt, die Braut des Lammes in diese Schöpfung hineinzusetzen wie einst den Menschen in die erste Schöpfung. So wie damals der Mensch von Gott gebraucht wurde, so jetzt das neue Jerusalem. Zu diesem Ziel baut Jesus seine Gemeinde. Zu diesem Ziel ist sie immer noch in der Werkstatt der heiligen Dreifaltigkeit. Es dauert offensichtlich ein bisschen länger, dass wir passend werden und dass wir wirklich brauchbar werden, dass er mit uns regieren kann.

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Das Heilige bewahren II

Vor einigen Jahren besuchte ich mit einer kleinen Männergruppe den Berg Athos und lernte das Leben der Mönche in verschiedenen Klostereinrichtungen kennen. Vom Reichtum des Glaubens und Lebens der Athosmönche kann ich hier nur einige wenige Beobachtungen und Erfahrungen herausgreifen. Der Berg Athos steht nach über 1000 Jahren heute noch als Herz und Hort orthodoxen christlichen Glaubens. Er bewahrte das unversiegbare byzantinische Wesen und das urchristliche Mönchtum, in allen seinen historischen Ausformungen, inmitten einer säkularen Welt. Zur Zeit befinden sich auf dem Athos 20 Klöster mit ca. 1600 Mönchen, in der Blütezeit lebten über 30.000 Mönche auf seinem Territorium. Hier sind Männer, die für eine mönchische Gottinnigkeit, für Bußübungen, für die Askese und für die Glaubenskraft ihrer Kirche eintreten. Auch wird der Athos gerne als die Halbinsel der Endzeiterwartung bezeichnet. Für die Athoniten ist der „Hagion-Oros“ (Heiliger Berg) zugleich der einzigartige Ort der Anbetung, der Verherrlichung Gottes, der Verehrung der Heiligen und der Ort der Bewahrung des Heiligen. Die Bewahrung des Heiligen sehen sie zumeist in den Mysterien (Sakramenten). Aber das Heilige vollzieht sich auch in vielen Handlungen und Zeichen ihres Alltags und symbolisiert die Vereinigung und Identität im Liturgischen und Nichtliturgischen.

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Das Heilige bewahren I

Augen, die weiter sehen, die jede Äußerlichkeit auf eine ihr innewohnende Wahrheit durch-schauen, aus beengten Verhältnissen befreien, in eine zuvor ungekannte Weite führen, also im W/Ortsinn: erlösen. Jeder Mensch sehnt sich nach wahrer Erkenntnis. „Erkenntnis“, so wussten die Mystiker, ist gleichbedeutend mit „Liebe“. Wer liebt, erkennt, gibt sich zu erkennen. In der Hoffnung, seinerseits erkannt und also auch geliebt zu werden. In der Lebens- und Liebesgemeinschaft des dreieinigen Gottes ist diese Gegenseitigkeit realisiert.

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Hoffnung leben! IV

In der Notzeit des Dreißigjährigen Krieges vertrat Johann Amos Comenius, der große Pädagoge des 17. Jahrhunderts und Bischof der sterbenden Brüderkirche, bereits den modernen ökumenischen Gedanken. Comenius beklagte die Aufsplitterung der Christen in Konfessionen, Meinungen und Riten und hielt auch die Reformation für noch unabgeschlossen, weil sie die Menschen noch nicht genügend auf ein Leben in den Fußspuren Jesu geführt habe. – In der Kirchengeschichte hat die Person und ihr Wirken helle Hoffnungszeichen gesetzt, an die wir gerne erinnern.

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Hoffnung leben! III

C. Andrew White, Jahrgang 1964, ist anglikanischer Pfarrer und Arzt. Lange wirkte er an der Kathedrale von Coventry. Seit dem Ende des Irakkriegs engagiert er sich trotz seiner schweren Multiple-Sklerose-Erkrankung in Bagdad. Hinter den Kulissen übt er eine Friedensmission, die verfeindete Menschen in Verbindung bringt. Täglich setzt er in der Hoffnung auf Versöhnung sein Leben aufs Spiel.

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Hoffnung leben! II

Er spricht mich an, ich halte ihn für zutreffend und freue mich, dass es hier gelungen ist, eine geistliche Wahrheit knapp, umfassend und trotzdem klar auszudrücken. Aber kurz danach gehe ich zur Tagesordnung über, das Gelesene oder Gehörte wird vergessen, anderes wird wichtig. Ich hatte es nur mit dem Kopf verstanden; es ist nicht tiefer gesunken, hat sich nicht in mir eingewurzelt, mir keine konkreten Schritte eröffnet und damit hat dieses Wissen mich, bzw. mein Leben nicht verändert. Gehen wir nicht oft so mit geistlichen Wahrheiten um, gerade