Einheit der Christen

Diese Seiten stellen grundlegende Informationen zum Thema Einheit der Christen zur Verfügung.

Verantwortet wird diese Seite von Christen verschiedener Konfessionen und Kirchen.
Als jeweils aktueller Beitrag ist hier auch die vierteljährig erscheinende ökumenische Zeitschrift Quatemberbote zu finden.

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Juni2015

Monatsspruch Juni 2015:

Ich lasse dich nicht los, wenn du mich nicht segnest.

Gen 32,27

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Einführung

Einheits-Gebet (Elf-Uhr-Gebet)

Michael Decker

Dieses Einheitsgebet hat viele Menschen – einzelne und Gemeinschaften – durch das letzte Jahrhundert begleitet. Als im Jahr 1908 Brüder vom gemeinsamen Leben ein stilles Haus in der Altstadt von Zürich bezogen, übte der Vorsteher der kleinen Gemeinschaft, Gotthilf Haug, eine Gebetsweise, aus der später dieses heute weitverbreitete Elfuhrgebet wurde.

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60 Jahre Ökumenischer Christusdienst

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Drei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg – also vor 60 Jahren – haben Br. Eugen Belz, Otto Siegfried von Bibra, Klaus Hess und Paul Riedinger eine kleine Schrift und einen Aufruf herausgegeben. Beide trugen den Titel: Oekumenischer Christusdienst.

Im Vorwort schrieb Klaus Hess:

„Es ist uns immer klarer und beschämender unter dem Ruf Gottes bewusst geworden, dass seine heilige Liebe – in Christus Jesus Mensch und Opfer geworden – zugleich die eine unteilbare Wahrheit ist. Ohne Umkehr und Rückkehr zu der heiligen Liebe Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und damit zueinander ist keine Heilung unserer Schäden möglich, welcher Kirche, welchem Volke, welchem Stand und Beruf wir auch angehören.“

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Bußgebet

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Das nachfolgende Bußgebet möge eine Anregung und Hilfe sein zu einem umfassenden Gebetsdienst im Sinne des Oekumenischen Christusdienstes. Vor Gott stehen und sich beugen, um so die Last und Schuld des ganzen Gottesvolkes durch alle Zeiten hindurch Ihm zu bringen, hat seinen Ursprung bereits im Alten Bund. Die Propheten Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel stellten sich wie Mose in den Riss. Die Beter der Psalmen gaben der Not der Menschen unter Schmerzen, leise und laut, eine Sprache in der Hoffnung auf Gottes Antwort. Die vielen Gotteszeugen unserer Tage tragen das „Herr, erbarme dich“, den Kyrieruf der Christenheit, bis an die Enden der Erde. Und der Schrei Jesu am Kreuz „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun“, erschüttert und öffnet still, verborgen und unbekannt die Herzen zu einem beständigen, bußfertigen Gebetsdienst – dies angesichts wachsender Gottesferne unserer Tage, gar völliger Abkehr von Ihm und seiner Liebe zu allen Menschen und angesichts der Zerstörung der ganzen Schöpfung:

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John Wesley

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Heute (28. Juni 2015) vor 312 Jahren wurde John Wesley geboren. Als er im Alter von 87 Jahren starb, hatte er 42400 (!) Predigten gehalten. Waren die sozialen Zustände Englands vor dem Beginn seines Wirkens besorgniserregend (grassierender Alkoholismus, Prostitution, schreckliche Arbeitsbedingungen in Fabriken etc.), begannen maßgeblich gefördert durch sein Wirken: Abschaffung der Sklaverei, Armenschulen, Verbesserung der medizinischen Versorgung, Volkshochschulen, Waisenhäuser, soziale Reformen für Schifffahrt, Fabriken und Gefängnisse, Reformierung des Strafwesens, Eindämmung des Alkoholismus. Am Ende seines Lebens war England tiefgreifend verändert. Schon als junger Mann schloss er sich mit anderen entschiedenen Christen zusammen: „Sie studierten täglich drei Stunden das Neue Testament, fasteten zweimal wöchentlich, besuchten Gefangene, Kranke und Arme und spendeten alles Geld, das sie nicht unbedingt zum Lebensunterhalt brauchten. „ (Wikipedia). Seine Lebensregel war: 8h Gebet pro Tag, 8h Schlaf, 8h Predigen. Seine erste Predigt am Tag war meistens um 5:00 Uhr und zog mitunter schon 20.000 Zuhörer an. Er lebte ein Leben, das völlig hingegeben war an die Rettung von Seelen und die Verkündigung des Evangeliums. Es waren Männer wie er, die unsere heutige freie westliche Gesellschaft prägten (deren unersetzliche Fundamente wir gerade in die Mottenkiste zu verfrachten uns anschicken).

Herr, erwecke auch heute Männer und Frauen wie John Wesley. Menschen, die sich hingeben an Deinem Dienst, anstatt um sich selbst und ihr kleines Wohlergehen zu kreisen!! Es sind jene, die einen bleibenden Unterschied machen.

Meine Lieblingszitate von ihm:

„Give me one hundred men who fear nothing but sin and desire nothing but God, and I care not whether they be clergyman or laymen, they alone will shake the gates of Hell and set up the kingdom of Heaven upon the earth.”
Und: „God does nothing but in answer to prayer. Every new victory is the effect of a new prayer.“

Autor: Dr. Johannes Hartl, Leiter Gebetshaus Augsburg

Der Papst bittet Protestanten um Vergebung

Papst Franziskus bittet die Waldernser: "Im Namen Christi, vergebt uns!“ Foto: picture-alliance/Stefano Spaziani

Papst Franziskus bittet die Waldernser: „Im Namen Christi, vergebt uns!“
Foto: picture-alliance/Stefano Spaziani

Turin (Quelle: idea) – Papst Franziskus hat die älteste evangelische Kirche um Vergebung für die historische Verfolgung durch die römisch-katholische Kirche gebeten. Bei einem Besuch der waldensischen Kirche „Tempio“ (Tempel) in Turin am 22. Juni sagte er: „Ich bitte euch von Seiten der katholischen Kirche um Vergebung für all jene unchristlichen, ja unmenschlichen Handlungen und Einstellungen, die wir in der Geschichte, vermeintlich im Namen Christi, gegen euch gerichtet haben. Im Namen Christi, vergebt uns!“ Es war der erste Besuch eines Papstes in einer Waldenser-Gemeinde. Diese älteste evangelische Kirche hat weltweit etwa 100.000 Mitglieder. Gründer war der französische Kaufmann Petrus Waldes (1140-1206), der unter anderem wegen seiner Ablehnung von Ablass, Fegefeuer und Fürbitten für Verstorbene von der katholischen Kirche als Ketzer bezeichnet wurde. Die Gemeinschaft breitete sich nach massiven Verfolgungen in Frankreich und Italien in Mitteleuropa aus und schloss sich nach der Reformation vielfach evangelischen Kirchen an. In Italien vereinte sie sich 1979 mit den Methodisten und hat dort etwa 21.000 Mitglieder.

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Wachstum

Editorial

Wandlung in Wachstumsprozessen des Reiches Gottes

Vorbemerkung

Diese Ausgabe des Quatemberboten erscheint mit Verspätung. Der Grund dafür ist sehr traurig: Am Montag, 12. Januar 2015 ist Michael Decker im Alter von 61 Jahren verstorben. Seit ca. 25 Jahren war er Mitglied der Redaktion, davon viele Jahre in leitender Verantwortung. Die Botschaft des Oekumenischen Christusdienstes war ihm ein Herzensanliegen. Er hat immer wieder darum gerungen, dieser Botschaft eine aktuelle Stimme zu verleihen. In der letzten Ausgabe drückte der Beitrag Vom verborgenen Leben und Leiden mit Gott für das Ganze einen wesentlichen Zug seines Lebens und das seiner Ehefrau Anne aus. Der folgende Artikel nimmt eine Botschaft auf, die er in verschiedenen Zusammenhängen weitergegeben hat:

Wie geschieht Wandlung?

Wenn vom Geheimnis des Reiches Gottes die Rede ist, dann immer auch von Wachstumsprozessen. Es wächst in der Geschichte bis zum wunderbaren Ziel seiner vollendeten Gestalt. Wer Teil dieses Reiches ist, als Einzelner oder als Gemeinschaft, wächst in derselben Weise hin zur vollendeten Reife. Das meiste davon entfaltet sich im Gewöhnlichen, im Alltag und so oft relativ unbemerkt.

Jesus hat uns in den Einsetzungsworten des Abendmahls einen wunderbaren Schlüssel zu den Geheimnissen des Wachstums gegeben, sowohl im natürlichen als auch im geistlichen Bereich. Seitdem ich diesen Schlüssel entdeckt habe, hat sich mir sehr vieles erschlossen. Vier kleine Worte, vier Wirklichkeiten beschreiben dies:

Jesus nahm das Brot, dankte, brach es und gab es seinen Jüngern … (Lk 22,19).

Bei Lukas in der Begegnung des Auferstandenen mit den Emmaus-Jüngern (Lk 24,30) und schon bei den Speisungswundern geschieht dasselbe:

Jesus nahm die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel und dankte, brach sie und gab sie den Jüngern, damit sie dem Volk austeilten (Lk 9,12– 17).

In den vier kleinen Tätigkeitsworten lassen sich die Grundschritte jedes von Gott angeregten Wachstums schauen: accepit / benedixit / fregit / deditque.

In der röm.-kath. Kirche wird dieser Vorgang in der Mahlfeier „heilige Wandlung” genannt. In den Schritten, die Jesus deutet und geht, vollzieht sich die Hineinverwandlung von göttlichem Leben in unser natürliches Dasein.

accepit – Jesus nahm

Das ist keine kleine unscheinbare Geste. Nur was genommen wird, so wie es ist, kann gewandelt werden. Das setzt eine tiefe Bereitschaft voraus: Ich akzeptiere das Leben, wie es ist. Ich nehme die Wirklichkeit an, wie sie ist – meine eigene Wirklichkeit, die Wirklichkeit meiner Mitmenschen, die Umstände, die ich vorfinde. Ich muss mich damit nicht zufrieden geben. Aber zuerst nehme ich alles an, was ist und wie es ist.

Das Nehmen ist keineswegs nur passiv. Annehmen und Hinnehmen sind verschiedene Dinge. Das Leben von Gott – alles, was von ihm kommt: der Glaube, die Liebe, Hoffnung, Treue, die Gaben und Früchte des Heiligen Geistes … – sie kommen nicht einfach über mich. Mein Beitrag ist, dass ich nehme. Es beginnt mit meiner Sehnsucht, mit meiner Bereitschaft. Jesus fragt manche Kranke, die zu ihm kommen: „Was willst du, das ich dir tun soll?” Ohne den Willen geht es nicht.

Oft steht am Anfang das Annehmen meiner selbst. Gott mutet mir zu, mich selbst anzunehmen. So bin ich. So bin ich geworden, nach drei, vier, fünf Jahrzehnten. Das betrifft z.B. meine äußere Erscheinung. Manche hadern mit ihrer Herkunft, mit ihrer Familie, aus der sie stammen. Sie sträuben sich gegen Wesenszüge und Eigenschaften, die sie von Vater und Mutter vererbt bekamen. Wir sind auch Opfer unserer Erziehung, vielleicht verletzt durch Beziehungen innerhalb unserer Familie. Das gilt auch für die geistliche Familie, die geistliche Herkunft und Prägung.

Aber all das gehört zu mir. Ich brauche es nicht zu beschönigen oder zu verstecken und auch nicht wehleidig darüber zu werden. So ist es, und ich nehme es und nehme mich an.

Wir könnten die Liste noch verlängern: Es gibt vielleicht auch in meiner Arbeit Bereiche, die mir gegen den Strich gehen; Menschen, mit denen ich zusammengespannt bin.

Annehmen ist das Gegenteil von Bedingungen stellen. „Ich nehme dich erst an, wenn du dich geändert hast, wenn du die und jene Gewohnheit, Unart … ablegst!” Annehmen kann nur, wer seine Ideale von sich selbst, von einem Partner, Ideale vom gemeinsamen Leben, von christlicher Gemeinschaft, von kirchlichem Leben … ablegt und loslässt. Ideale können zu Diktatoren werden. Dann hemmen und bedrücken sie.

Es ist natürlich auch erlaubt, sich zu freuen und zu sagen: Der Stall und die geistliche Kinderstube, aus der ich komme, ist super und genau das, was ich brauche.

Aber wir sollen nicht in der Kinderstube unser Leben verbringen, sondern weiterwachsen.

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