Einheit der Christen

Diese Seiten stellen grundlegende Informationen zum Thema Einheit der Christen zur Verfügung.

Verantwortet wird diese Seite von Christen verschiedener Konfessionen und Kirchen.
Als jeweils aktueller Beitrag ist hier auch die vierteljährig erscheinende ökumenische Zeitschrift Quatemberbote zu finden.

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Jahreslosung 2014

Hinweis: ÖCD-Forum hinweisen. Eine gute Gelegenheit sich zu treffen virtuell.

ÖCD-Forum

Monatsspruch – November 2014

Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen!

Jes. 1,17

November2014

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Einführung

Einheits-Gebet (Elf-Uhr-Gebet)

Michael Decker

Dieses Einheitsgebet hat viele Menschen – einzelne und Gemeinschaften – durch das letzte Jahrhundert begleitet. Als im Jahr 1908 Brüder vom gemeinsamen Leben ein stilles Haus in der Altstadt von Zürich bezogen, übte der Vorsteher der kleinen Gemeinschaft, Gotthilf Haug, eine Gebetsweise, aus der später dieses heute weitverbreitete Elfuhrgebet wurde.

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60 Jahre Ökumenischer Christusdienst

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Drei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg – also vor 60 Jahren – haben Br. Eugen Belz, Otto Siegfried von Bibra, Klaus Hess und Paul Riedinger eine kleine Schrift und einen Aufruf herausgegeben. Beide trugen den Titel: Oekumenischer Christusdienst.

Im Vorwort schrieb Klaus Hess:

„Es ist uns immer klarer und beschämender unter dem Ruf Gottes bewusst geworden, dass seine heilige Liebe – in Christus Jesus Mensch und Opfer geworden – zugleich die eine unteilbare Wahrheit ist. Ohne Umkehr und Rückkehr zu der heiligen Liebe Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes und damit zueinander ist keine Heilung unserer Schäden möglich, welcher Kirche, welchem Volke, welchem Stand und Beruf wir auch angehören.”

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Bußgebet

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Das nachfolgende Bußgebet möge eine Anregung und Hilfe sein zu einem umfassenden Gebetsdienst im Sinne des Oekumenischen Christusdienstes. Vor Gott stehen und sich beugen, um so die Last und Schuld des ganzen Gottesvolkes durch alle Zeiten hindurch Ihm zu bringen, hat seinen Ursprung bereits im Alten Bund. Die Propheten Jesaja, Jeremia, Hesekiel, Daniel stellten sich wie Mose in den Riss. Die Beter der Psalmen gaben der Not der Menschen unter Schmerzen, leise und laut, eine Sprache in der Hoffnung auf Gottes Antwort. Die vielen Gotteszeugen unserer Tage tragen das „Herr, erbarme dich”, den Kyrieruf der Christenheit, bis an die Enden der Erde. Und der Schrei Jesu am Kreuz „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun”, erschüttert und öffnet still, verborgen und unbekannt die Herzen zu einem beständigen, bußfertigen Gebetsdienst – dies angesichts wachsender Gottesferne unserer Tage, gar völliger Abkehr von Ihm und seiner Liebe zu allen Menschen und angesichts der Zerstörung der ganzen Schöpfung:

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Bischof Stefan Oster – Oekumene

Stefan Oster ist gelernter Journalist und seit fünf Monaten der jüngste Diözesanbischof Deutschlands. Im Interview spricht der 48-Jährige darüber, wie sein erster Beruf als Journalist ihm jetzt noch hilft, was er von seinen älteren Kollegen lernen kann und warum Oekumene gar nicht so schwer sein muss.

Bemerkenswerte Rede zum Thema Einheit der Christen

Dies nennt sich geistliche Ökumene: das gemeinsame Gehen des Lebensweges in unserem Glauben an Jesus Christus, den Herrn.

Mittwoch, 8.10.2014 auf dem Petersplatz, anlässlich der Bischofssynode in Rom

Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!

In den vergangenen Katechesen haben wir versucht, die Natur und die Schönheit der Kirche zu beleuchten. Wir fragten uns, was die Zugehörigkeit zu diesem Volk, dem Volk Gottes, das die Kirche bildet, für jedePapst Franziskusn einzelnen von uns bedeutet. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass viele Brüder mit uns den Glauben an Christus teilen, jedoch anderen Konfessionen oder Traditionen als wir angehören. Viele haben angesichts dieser Spaltung resigniert – auch innerhalb unserer katholischen Kirche hat man resigniert – die im Laufe der Geschichte oft Konflikte und Leiden hervorgebracht hat; auch Kriege, und das ist eine Schande! Auch heute stehen die Beziehungen nicht immer im Zeichen der gegenseitigen Achtung und der Herzlichkeit… Ich stelle mir jedoch die folgende Frage: Welche Haltung nehmen wir angesichts all dessen ein? Sind auch wir vor dem Hintergrund dieser Spaltung resigniert, wenn nicht sogar gleichgültig? Oder glauben wir beharrlich daran, dass man sich in die Richtung der Versöhnung und der vollen Gemeinschaft begeben muss? Die volle Einheit; das heißt die gemeinsame Teilhabe am Leib und am Blut Christi.

Die Spaltungen zwischen den Christen verletzen die Kirche und verletzen so Christus, und wenn wir gespalten sind, fügen wir Christus Wunden zu. Tatsächlich ist die Kirche der Leib, dessen Haupt Christus ist. Wir wissen genau, wie sehr Jesus die Einheit seiner Jünger in seiner Liebe am Herzen lag. Man denke nur an seine Worte im Kapitel 17 des Johannesevangeliums im Rahmen des Gebets zum Vater anlässlich des unmittelbar bevorstehenden Leidensweges: „Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast, damit sie eins sind wie wir“ (Joh 17,11). Diese Einheit war bereits bedroht, als Jesus noch unter den Seinen war: So wird im Evangelium daran erinnert, dass die Apostel untereinander darüber diskutierten, wer von der ihnen der Größte, der Wichtigste sei (vgl. Lk 9,46). Der Herr bestand allerdings sehr auf der Einheit im Namen des Vaters und legte ihnen nahe, dass unsere Verkündigung und unser Zeugnis umso glaubwürdiger sind, je mehr wir fähig sind, zuallererst in Gemeinschaft zu leben und uns gern zu haben. Dies haben seine Apostel mit der Gnade des Heiligen Geistes anschließend in aller Tiefe begriffen und sich zu Herzen genommen. Das führte dazu, dass der hl. Paulus mit den folgenden Worten die dringende Bitte an die Gemeinde von Korinth wandte: „Ich ermahne euch aber, Brüder, im Namen Jesu Christi, unseres Herrn: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid ganz eines Sinnes und einer Meinung“ (1 Kor 1,10).

Während unseres Weges durch die Geschichte wird die Kirche vom Bösen in Versuchung geführt, der sie zu spalten versucht und leider ist sie von schweren und schmerzhaften Trennungen gezeichnet. Es handelt sich um Spaltungen, die oft lange gedauert haben, bis heute, weshalb es nunmehr schwierig ist, alle Hintergründe zu rekonstruieren und vor allem mögliche Lösungen zu finden. Die Gründe, die zu den Brüchen und Spaltungen führten, können sehr unterschiedlich und unterschiedlichen theologischen und pastoralen Auffassungen über politische und formelle Gründe bis hin zu den Auseinandersetzungen aufgrund von Abneigungen und persönlichen Bestrebungen… Sicher ist, dass sich auf die eine oder andere Weise hinter diesen Risswunden immer der Hochmut und der Egoismus verbergen, die der Grund allen Zankes sind und uns intolerant und unfähig machen, zuzuhören und eine Sicht oder Haltung anzunehmen, die sich von der unseren unterscheiden.

Gibt es etwas, das wir angesichts all dessen als Mitglieder der heiligen Mutter Kirche tun können und müssen? Zweifellos darf das Gebet nicht fehlen, das wir in Kontinuität und Gemeinschaft mit dem Gebet Jesu sprechen sollen, das Gebet um die Einheit der Christen. Und gemeinsam mit dem Gebet bittet der Herr uns um eine erneute Öffnung: Er bittet uns darum, uns vor dem Dialog und der Begegnung nicht zu verschließen, sondern alles Gültige und Positive, das uns geschenkt wird, anzunehmen; auch von jemandem, der anderer Meinung ist als wir oder andere Positionen vertritt. Er bittet uns darum, den Blick nicht auf das zu lenken, was uns trennt, sondern auf das Einende, indem wir uns bestmöglich darum bemühen, Jesus kennenzulernen und zu lieben und die Reichtümer seiner Liebe zu teilen. Dies impliziert die konkrete Annahme der Wahrheit gemeinsam mit der Fähigkeit zur Vergebung, sich als Teil seiner christlichen Familie zu begreifen, einander als Geschenk zu sehen und viele schöne Dinge zu tun und Werke der Barmherzigkeit zu verrichten.

Es ist schmerzlich, doch Spaltungen existieren. Es gibt entzweite Christen, wir sind untereinander gespalten. Allerdings haben wir etwas gemeinsam: Alle glauben wir an Jesus Christus, den Herrn. Wir alle glauben an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist und bewegen uns gemeinsam fort; wir sind auf dem Weg. Helfen wir einander! Du denkst so und du vertrittst diese Auffassung… In allen Gemeinschaften gibt es gute Theologen: Mögen sie diskutieren, mögen sie die theologischen Wahrheiten suchen, denn das ist ihre Pflicht. Doch lasst uns gemeinsam gehen, indem wir füreinander beten und Werke der Barmherzigkeit vollbringen. Und so bilden wir auf dem Weg eine Gemeinschaft. Dies nennt sich geistliche Ökumene: das gemeinsame Gehen des Lebensweges in unserem Glauben an Jesus Christus, den Herrn. Man sagt, dass man nicht über persönliche Dinge sprechen soll, doch ich kann der Versuchung nicht widerstehen. Wir sprechen von Gemeinschaft… einer Gemeinschaft untereinander. Heute bin ich dem Herrn dankbar, denn heute vor 70 Jahren habe ich die Erstkommunion empfangen. Wir alle müssen wissen, dass der Empfang der Erstkommunion bedeutet, mit den anderen in Gemeinschaft zu treten, mit den Brüdern unserer Kirche, aber auch mit all jenen, die anderen Gemeinschaften angehören, aber an Jesus glauben. Danken wir dem Herrn für unsere Taufe, danken wir dem Herrn für unsere Kommunion, damit diese Kommunion letzten Endes für alle sei, für alle zusammen.

Liebe Freunde, gehen wir also vorwärts in Richtung der vollen Einheit! Die Geschichte hat uns getrennt, doch wir sind auf dem Weg zur Versöhnung und zur Gemeinschaft! Und das ist wahr! Und das müssen wir schützen! Wir alle befinden uns auf dem Weg zur Gemeinschaft. Und wenn das Ziel zu weit weg erscheint, fast unerreichbar, und wir uns verzagt fühlen, dann möge uns der Gedanke ermutigen, dass Gott sein Ohr vor der Stimme seines Sohnes Jesus nicht verschließt und sein und unser Gebet erhören wird. Mögen alle Christen tatsächlich eins werden.

Editorial

Die Welt ist Gottes so voll

Alfred_Delp_Mannheim

Alfred Delp Mannheim“ von Graf Foto

Alfred Delp (Jesuitenpater), am 2. Februar 1945 von den Nazis hingerichtet, hatte am 17. November 1944 mit gefesselten Händen aus seiner Zelle im Gefängnis Berlin-Tegel nachstehende Zeilen geschrieben:

Das eine ist mir so klar und spürbar wie selten:
Die Welt ist Gottes so voll.
Aus allen Poren der Dinge quillt er gleichsam uns entgegen.
Wir aber sind oft blind.
Wir bleiben in den schönen und bösen Stunden hängen
und erleben sie nicht durch bis an den Brunnenpunkt,
an dem sie aus Gott herausströmen.
Das gilt für alles Schöne und auch für das Elend.
In allem will Gott Begegnung feiern
und fragt und will die anbetende, hingebende Antwort.
Die Kunst und der Auftrag ist nur dieser,
aus diesen Einsichten und Gnaden
dauerndes Bewusstsein und dauernde Haltung zu machen und werden zu lassen.
Dann wird das Leben frei in der Freiheit, die wir immer gesucht haben.

“Seht hin!” – Was sehen wir?

Wie war dein Urlaub? Wenn wir uns nach Ferienzeiten im Kollegium unserer Schule wieder begegnen, gibt es oft angeregte Unterhaltungen. Lebhaft werden Erlebnisse und Eindrücke ausgetauscht. Was der oder die Einzelne für erzählenswert, für besonders schön oder auch besonders ärgerlich hält, ist allerdings sehr unterschiedlich. Während für die einen das Wetter eine große Rolle spielt, waren andere mit durchwachsenem Wetter ganz zufrieden. Manche berichten von beeindruckenden Bauwerken, andere eher von Begegnungen mit Menschen. Die einen empfanden den Service im Hotel mangelhaft, andere waren begeistert von ihrer einfachen Unterkunft.
Was wir von der Wirklichkeit aufnehmen, hängt nicht allein von unseren physischen Wahrnehmungsfähigkeiten ab. Es kommt auf die Perspektive an, die jemand einnimmt. Je nach Charakter oder Gestimmtheit bewerten Menschen Gesehenes, Gehörtes oder Erlebtes tendenziell positiv oder eher skeptisch. Das wiederum hat Auswirkungen auf die Weise ihrer Wahrnehmung.

Entscheidend ist also nicht nur, was wir sehen, sondern vor allem, wie wir sehen.

“Seht hin!” – Wie sehen wir?

In den Altarräumen vieler Kirchen findet man neben der Heiligen Schrift Kerzen. Das scheint mir ein wichtiger Hinweis zu sein. Im Wort Gottes teilt uns Gott seine Wirklichkeit mit. Um sie aufzunehmen, greifen unsere gewohnten Perspektiven zu kurz. Wir brauchen Licht,

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Der letzte Aufbruch

Heimgang von Luitpold Schatz
Vielen der Leser des Quatemberboten war Luitpold Schatz wohlbekannt, nicht zuletzt als jahrelanger Redaktionsleiter des Quatemberboten. Am 16. Juli 2014 durfte er im hohen Alter von 89 Jahren heimgehen in die himmlische Heimat. Als unbeirrbarer Zeuge bruderschaftlichen Lebens und Diakon der Einheit wird er uns in Erinnerung bleiben. Ein von ihm selbst verfasster Artikel aus einer früheren Ausgabe sowie ein Gebet soll ihn nochmals zu Wort kommen lassen:

Noch einmal werde ich bebend machen nicht allein das Erdland, sondern auch den Himmel. Aber das Noch einmal macht die Verwandlung der Erschütterten zu Neugeborenen offenkundig, damit sie nicht mehr Erschütterte seien (Hebr 12, 26f nach Codex Sinaiticus).

Diese Aussage bezieht sich auf die Botschaft des Propheten Haggai: So spricht der Herr der Heerscharen: Nur noch einmal werde ich den Himmel und das Erdland, das Meer und die Wüstenei erschüttern.
(Hag 2,6).

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